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Radio-Tipps Juni

Autor : Edy Müller – Sa, 27.05.2017

Unser Festival ist vorbei. Diverse Kleintheater haben die Sommerpause bereits begonnen oder stehen kurz davor.

Um nicht allzu stark ins kabarettistische Sommerloch zu fallen, können diverse Medien einspringen.

So sendet Radio SFR 1 einige hörenswerte Sendungen – sogar eine, die an den Oltner Kabarett-Tagen aufgezeichnet wurde.
Hier ein kleiner Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Mittwoch, 31.05.2017, 20.00 Uhr, Radio SRF 1, «Spasspartout»

Salzburger Stier 2017: Helmut Schleich

Der deutsche Preisträger
Egal ob auf der Kabarett-Bühne, in Radio-Kolumnen oder als Gastgeber seiner TV-Sendung «SchleichFernsehen» – Helmut Schleich verbindet politische Satire mit höherem Unfug und eindrucksvollem Typenkabarett. Begonnen hat Helmut Schleich seine Karriere 1983 im Ensemble «Kabarett Fernrohr». Sein Soloprogramm «Nicht mit mir» wurde 2013 mit dem Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett ausgezeichnet.

Live-Mitschnitt des Preisträgerabends im Stadttheater Schaffhausen vom 6. Mai 2017

Weitere Sendungen zum diesjährigen Salzburger Stier sind online nachzuhören:
Der österreichische Preisträger Hosea Ratschiller
Die Schweizer Preisträgerin Hazel Brugger
Weiteres zum Stier von SRF finden Sie hier.


Mittwoch, 07.06.2017, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Lars Reichow: Wunschkonzert

Klare Worte gegen Nationalismus, Rassismus und ein Bekenntnis für ein weltoffenes Denken und Handeln. Ein unterhaltsamer und genussvoller Abend mit dem deutschen Musikkabarettisten und Klaviator Lars Reichow. Mit 16 Jahren «posaunierte» das Multitalent Reichow schon in der Jazz- Formation seines Vaters, war zusammen mit Hanns Dieter Hüsch auf Tour und hat seither ein gutes Dutzend musikalisch böse Soloprogramme herausgebracht.

Live-Mitschnitt aus dem Basler Tabourettli vom 20. April 2017


Mittwoch, 14.06.2017, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Der grosse Migrantenstall

Im Rahmen der Oltner Kabarett-Tage sendete «Spasspartout» am 14. Mai 2014 live aus dem Oltner Kulturzentrum «Schützi».

In der einstigen Turnhalle lieferten sich zwölf Kabarettisten und Schauspielerinnen mit sogenanntem «Migrationshintergrund» originelle Wortgefechte – noch vor Pegida und AfD, vor «Wir schaffen das» und den neuen Wutbürgern, noch vor Trump und Brexit.

Mit Abdelkarim, Johnny Burn, Javier Garcia, Peter Hottinger, Renato Kaiser, Philippe Nauer, Charles Nguela, Margret Nonhoff und Sergio Sardella
Moderation: Anette Herbst
Musik: Müslüm & Band


Mittwoch, 21.06.2017, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Patti Basler: «Die dargebotene Faust»

Das «Spasspartout»-Sorgentelefon In unseren komplexen, kriegerischen und postfaktischen Zeiten häufen sich die Fragen. Wie geht das alles weiter? Die Sorgen des kleinen Mannes von der Strasse müssen ernst genommen werden, heisst es überall und weiterhin. Und darum setzt SRF 1 sein im März 2017 erstmals angebotenes satirisches Sorgentelefon in einer zweiten Ausgabe fort. Am Apparat auch diesmal die unerschütterliche Spoken- Word-Künstlerin Patti Basler. Keine Frau kann die Sorgen des kleinen Mannes so gekonnt aufblasen, dass selbst Frauen sie sehen können.

Mit Patti Basler, Dominique Müller und Philippe Kuhn
Gast: Andreas Thiel

 


Mittwoch, 28.06.2017, 20.00 Uhr, Radio SRF 1

Michael Mittermeier: «Wild»

Wie kriegt man die Welt in den Griff? Oder noch wichtiger: Wie kriegt man sich selbst in den Griff, wenn es die Welt schon nicht mehr schafft? Michael Mittermeier ist kein aktueller Brennpunkt zu heiss. Der Vorkämpfer der deutschen Stand-up-Comedy hat in seinem mittlerweile siebten grossen Live-Programm «WILD» mehr als eine Überlebenstaktik für unsere Zivilisation im Gepäck: unauffällige Serienkiller, auffällige Politiker, Modelleisenbahnbesitzer, Geteerte und Gefederte. Auch die Polit-Prominenz gibt sich die Waffe in die Hand: Obama, Putin & Bush, ein nordkoreanischer Diktator, der G7-Bürgermeister, dazu Winnetou, Meister Yoda und ein Wiener Pandabär.

Live-Mitschnitt aus dem Capitol Offenbach vom 4. Februar 2016

 

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Presseschau – 2. Woche

Autor : Oltner Kabarett-Tage – Mo, 22.05.2017

Auch in der zweiten Woche des Festivals wurde in divesen Medien über die 30. Oltner Kabarett-Tage berichtet.
Besten Dank an all die Medienschaffende!

SFR

• Glanz & Gloria: Quai Cornichon

• 10vor10: Ohne Rolf

• Regionaljournal AG/SO: Sogar die schlechteste Veranstaltung war ein Erfolg

 

Radio 32

Diverse Beiträge

 

AZ Nordwestschweiz

Vor der Casting-Jury wirkte die «Gewaltandrohung»

Ehrencornichon-Preisträger «Ohne Rolf» waren auf der Suche nach Umblätterer im Nebenamt

Primarschüler tanzen und singen mit Linard Bardill ins Glück


Weitere Berichte finden Sie im ersten Teil der Presseschau.

 

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Die Laudatio von Alfred Dorfer

Autor : Oltner Kabarett-Tage – Sa, 20.05.2017

Auf Facebook schrieb der diesjährige Gewinner Christoph Sieber:

In der vergangenen Woche durfte ich den Schweizer Kabarettpreis CORNICHON 2017 entgegennehmen. Ich bin sehr dankbar über den Preis und die Laudatio vom großartigen Alfred Dorfer, die ich hier in voller Länge anfüge.
Danke, lieber Alfred, für diese Worte. So was wäre im Leben nicht über mich eingefallen….

Christoph Sieber ist Deutscher, der Preis ist schweizerisch, der Laudator ist aus Österreich. Das klingt ziemlich international. Man könnte auch sagen, das ist typisch, der Deutsche spricht, der Österreicher buckelt und die Schweiz zahlt. Doch so einfach ist es nicht. Gute Satire beginnt zwar oft mit Klischees, endet aber nicht damit. Und der diesjährige Preisträger ist ein hervorragendes Beispiel dafür. «Als Kabarettist bin ich ein Beschreiber der Zeit, jemand, der aufzeigt, was passiert und warum es passiert.» Manche würden das aufklärerisch nennen, im besten Sinnen natürlich. Für mich ist das die Essenz unseres Berufs verknüpft mit der kindlichen Hoffnung, Dinge im Kleinen in Bewegung zu setzen.

Eine andere große Qualität seiner Arbeit ist auch, sich selbst nicht heraus zu stellen aus den Missständen. Kein Besser-Seier zu sein und uns nicht zu langweilen mit moralischen Stehsätzen oder ideologischen Attitüden. «Ich finde es auch ermüdend, immer wieder über Fremdenhass zu reden.» hat er einmal gesagt. Christoph beweist, dass Haltung nicht notwendigerweise verkrampft und ohne Selbstdistanz sein muss. «...aber wir müssen im Umgang mit solchen Themen eine gewisse Gelassenheit rein bekommen.» Das ist der richtige Begriff, eben diese Gelassenheit, die das Ganze fürs Publikum so leicht aussehen lässt. Es muss fast der Eindruck in der Zuhörerschaft entstehen: «Das könnte ich auch!» Was natürlich ein fataler Irrtum ist. Aber das ist die spezifische Qualität dieser Kunstform.

Christophs Stil ist solitär. Er ist brillant, immer famos wechselnd zwischen reiner Satire, Poesie und Sequenzen, die das Lachen verunmöglichen. Außer es ist ein Lachen der Scham. Man könnte auch sagen, er kennt die Gegner von innen sozusagen, denn er ist der Sohn eines Bürgermeisters. Doch er hat natürlich längst begriffen, dass die Zeichen der Zeit längst nicht mehr bedeuten, politische Proponenten zum Hauptobjekt der Satire zu machen. Sein Kabarett ist modern, aktuell im besten Sinne.

Was mir auch besonders gefällt an ihm ist, dass er den Begriff «Bühne» verstanden hat und lebt. Das heißt, er weiß, dass er sich hier in einem Raum bewegt mit besonderen Gesetzen. Seine Performance ist theatralisch im besten Sinne.

Das unterscheidet ihn wohltuend von vielen Kollegen, die im Schweiße unseres Angesichts auf den Brettern stehen und dort sichtbar nicht zu Hause sind. Das aber nicht wissen. Christoph hat eine Pantomimeausbildung, er ist also nicht, wie die meisten Autodidakt. Er kann mit einer kleinen Geste mit einem Blick ganze Welten erschaffen und das halte ich für wirklich große Klasse.

Und schließlich muss auch gesagt werden, was für Sie als Publikum vermutlich nicht so relevant ist, für mich schon: Christoph Sieber ist ein sympathischer, sehr humorvoller Mensch. Und auch das ist in dieser Branche nicht selbstverständlich. Denn sie würden nicht annehmen, wie viele humorlose Satiriker es gibt, die im Privaten langweiliger sind als jene, die sie kritisieren.

Schließlich muss eines klar sein. Man kann ihm in wenigen Minuten natürlich nicht gerecht werden. Ich freue mich aufrichtig, dass er diesen Preis erhält, er ist mehr als würdig. Ich freue mich auch, dass ich das alles, was ich jetzt gesagt habe, ehrlich meine. Und ich nicht über Gebühr höflich sein muss.

Der Cornichon 2017 geht an einen wirklich großen Kollegen, Christoph Sieber.

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Der Sieger des 6. Castings steht fest

Autor : Edy Müller – Mi, 17.05.2017

Gestern fand das Finale des 6. Oltner Kabarett-Castings statt. Nachdem im letzten Jahr mit 9 Volt Nelly ein Damen-Duo den Förderpreis gewann, konnte diesmal ein Mann Publikum und Fachjury am besten von seinem Potenzial überzeugen.

Es war gestern keine klare Sache. Alle drei Finalisten zeigten, dass sie etwas können. Da sie völlig unterschiedliche Stile des Kabaretts zeigten, war es nicht leicht, sich für einen Act zu entscheiden.

Den Abend eröffnete nach einer Einführung der Moderatoren Phibi Reichling und Richi Küttel der Berner Mike Baader mit seinem Programm «Vollzyt-Chaot». Er kämpfte am Telefon mit den Tücken einer Mietwagenreservation und berichtete von einem Arztbesuch. Dem Arzt macht nur eines Sorge: Mikes ganzer Körper…

Mike Baader Paula Zinner


Als einzige Frau unter den Finalisten ging Paula Zinner als Zweite an den Start. Wie bereits in der Vorrunde zeigte sie ihre Figur, die auf der Suche nach einem neuen Job ist. Diese Figur, welche sich «in Casablanca, dieser grauen und tristen Stadt, sehr gut ins Stadtbild einfügen kann».

Der Dritte im Bunde war Jakob Heymann, welcher der Technik trotzte und das Mikrofon mit Hang zum Wackelkontakt sehr vorsichtig bewegte. Der Mann mit der Mütze bot oft musikalische Darbietungen über Gott und die Welt und überhaupt.

Jakob Heymann Kurz vor der Bekanntgabe des Gewinners.


Er war es auch, welcher in der Gunst der Jury und dem Publikum schlussendlich die Nase vorne hatte. Als Gewinner des Castings erhält er nun einen Förderpreis über 10'000 Franken, ein Jahr lang Unterstützung durch einen Coach und einen Auftritt an der «Sprungfeder» an den Kabarett-Tagen 2018. Und ausserdem durfte er das «Maskottchen» des Castings mit nach Hause nehmen: einen pinken Regiestuhl.

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie.
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Im nächsten Jahr findet bereits das 7. Oltner Kabarett-Casting statt.
Newcomer können sich bereits jetzt bewerben: zum Anmeldeformular.


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Fotos: Dieter Graf

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Das Kabarett ist in der Stadt

Autor : Edy Müller – Di, 16.05.2017

In der ganzen Stadt sind bisherige Cornichon-Preisträger anzutreffen. Nicht unbedingt die Originale, aber zumindest die (fast) lebensgrossen Kopien.

 

Und im Bahnhof – der zur Feier unseres Jubiläums abends grün statt rot erleuchtet wird – kann man sie auch hören. In einer CWA-Gondel kann man Programm-Ausschnitte von bisherigen Gewinnern sehen und hören. Die Gondel steht zwischen Gleis 4 und 7.

 

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Presseschau – 1. Woche

Autor : Oltner Kabarett-Tage – Di, 16.05.2017

Die erste Woche der 30. Oltner Kabarett-Tage hat in den Medien ein breites Echo ausgelöst.

Hier folgt eine kleine Zusammenstellung:

SRF

• Ein Schweizer Walk of Fame: Olten hat den Quai Cornichon eingeweiht

• Tagesschau: Quai Cornichon mit Franz Hohler und Lisa Catena

 

AZ Nordwestschweiz

• Alfred Dorfer über neuen Cornichon-Preisträger: «Sieber kennt die Gegner von innen» 

Die Turmrede von Franz Hohler: «Trotzdem, Olten ist eine Literaturstadt»

Turmredner Franz Hohler: «Ich habe nicht das Bedürfnis nach Olten zurückzukommen»

• Gastbeitrag von Joachim Rittmeier: Zum Start der Oltner Kabarett-Tage: Auf der Suche, um Asche zu zerstreuen

Quiz – Wie gut kennen Sie die Oltner Kabarett-Tage?

Klappstühle wurden sogar auf die Bühne gestellt

 

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Einweihungsfest Quai Cornichon

Autor : Oltner Kabarett-Tage – Di, 09.05.2017

Ein Meilenstein in der Geschichte der Oltner Kabarett-Tage – ein Meilenstein für die Stadt Olten auf dem Weg zur Kabarett-Hauptstadt der Schweiz!

Einweihungsfest Quai Cornichon, Samstag 13. Mai 2017

Kabarett hautnah erfahren und Satire schnuppern mit Preisträgern des Prix Cornichon. Geniessen Sie aussergewöhnliche Auftritte im Klostergarten, auf der Kirchgasse und in der Klosterkirche.

Natürlich fehlt auch das traditionelle Highlight, die Turmrede beim Ildefonsturm nicht. Heuer spricht Franz Hohler auf der kleinsten Bühne der Welt.

Im Klostergarten werden Sie ausserdem von Schwarze Grütze musikalisch unterhalten. Ab 14.00 Uhr erleben Sie pointierte Kurzgeschichten vom Feinsten. Sie sind herzlich willkommen, den Samstag beim Kloster und in der Oltner Altstadt zu erleben!

Programm vom Samstag, 13. Mai

14.00 – 17.00 Uhr • Unterhaltung mit Schwarze Grütze, dazwischen satirische Kurzprogramme – Klostergarten

14.00 – 17.00 Uhr • Kinder malen und zeichnen unter Anleitung – Kunstmuseum Olten

14.00 – 17.00 Uhr • Audioführung von Lisa Christ durchs Kunstmuseum – Kunstmuseum Olten

14.00 Uhr • schön&gutFahriété Kirchgasse

14.30 Uhr • Joachim RittmeyerFahriété Kirchgasse

14.30 Uhr • Musik am Turm mit Annika StrandIldefonsplatz

15.00 Uhr • Turmrede von Franz HohlerIldefonsplatz

15.30 Uhr • Knuth & TucekFahriété Kirchgasse

16.00 Uhr • Res WepferFahriété Kirchgasse

16.30 Uhr • Andreas ThielFahriété Kirchgasse

17.00 Uhr • Konzert Philipp Galizia und Roman WyssKlosterkirche

Alle diese Auftritte sind ohne Eintritt.
Es gibt keine Reservationen.
Teilweise Kollekten.

 

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Olten wird grün

Autor : Edy Müller – So, 07.05.2017

Auch wenn zur Zeit eher graues Wetter herrscht in Olten, so ist doch nicht zu übersehen, dass es an diversen Orten grüner wird – kabaretttagegrün!

Besten Dank an alle Helfer, die dazu beitragen, dass unser Festival in unserer Stadt sichtbar gemacht wird!

 

 


 

Fotos: Hansruedi Kaeser

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«Quoten-Mann» schaffts ins Final

Autor : Edy Müller – So, 09.04.2017

In der Vorstellungsrunde bezeichnete sich Jakob Heymann selbst als «Quoten-Mann» des heutigen Abends – und in der Folge setzte er sich gegen seine drei Mitbewerberinnen durch.

Mit seinem Programm mit Musik (live und ab Konserve) bot er eine Vorstellung, die in Inhalt und Form ständig wechselte. So könne er das Publikum einschätzen und entsprechend reagieren. Nach einem Song über Jesus meinte er, das Publikum sei anspruchsvoll, «da muss härteres her».


Jakob Heymann  Sina Hitzberger

Etwas ruhiger war die Vorstellung von Sina Hitzberger, die es wie Heymann in den Abend-Final schaffte. Die Sozialanthroposophiestudentin – angeblich nicht freiwillig am Casting («Ich habe eine Wette verloren») – schilderte ihre Beziehung zu dem Mann, mit dem sie die intensivsten Gespräche führt: ihren Berufsberater. Die Tanzeinlage vor dem Praktikumskaffeeautomaten brachte aber auch noch Action auf die Bühne.

Die Bayerin Franzi Riedinger bot uns Schweizern eine Einführung in das bayrische Kulturgut, inklusive Jodel-Schule mit dem Publikum, welches «nicht intelligent ausschaut, aber ehrlich». Zu ihrem Akkordeon-Spiel meinte sie, «wenn ich falsch spiele, stellt euch halt was anderes vor.»

Franzi Riedinger 


Auch die vierte Kandidatin kam an dieser musikalischen Vorrunde nicht ohne Instrument auf die Bühne. Am und neben dem Klavier gab es von Lisa Brunner zu hören. Mit zehn Jahren Erfahrung mit dem Kinderchor gab es genügend Stoff.

Phibi Reichling

Nachdem Phibi Reichling die Moderation des zweiten Abends seinem Kollegen Richi Küttel überlassen hat, führte er wieder durch diesen dritten und letzten Vorrunden-Abend.

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie.
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Der Final findet am Dienstag, 16. Mai, während der 30. Oltner Kabarett-Tage statt.
Mit dabei sind Mike Baader, Paula Zinner und Jakob Heymann sowie das Moderatoren-Duo Richi Küttel und Phibi Reichling.

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Fotos: Dieter Graf

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Auf der Suche nach einem Job den Weg ins Final gefunden

Autor : Edy Müller – So, 19.03.2017

Seit letztem Freitag ist die zweite Finalteilnehmerin bekannt: Paula Zinner gewinnt den zweiten Abend, durch den Richi Küttel führte.

Paula Zinner ist – zumindest rein optisch – eine eher farblose Gestalt. Und sie ist auf Jobsuche. Was nicht einfach ist. Auch wegen den vielen RAV-Formularen. Da sie es gut mit Menschen kann, hat sie sich schon mal in der Pathologie beworben…

Paula Zinner   Duo 3er


In den Abendfinal hat es auch das Duo 3er geschafft mit dem Programm «vor demEnd». Grosses Thema ist das Alter und das Vergessen. Spricht man den Titel nun «Vor dem End» oder «Vor-Dement» aus? Das Duo zeigte, dass auch ernste Themen humorvoll angegangen werden können.

Da ihr beim Skifahren eine Schiefertafel auf den Kopf fiel, hatte La Floretteuse einen Spickzettel dabei. Natürlich in Form einer (Jass-)Schiefertafel. Darauf waren unter anderem die 10 Gebote für Mehrverdiener. Sie wurde am Klavier begleitet von Frank Eberle.

La Floretteuse Martina Hügi


Die Vierte im Bunde war Martina Hügi mit dem Programm «Scheitern als Hobby». So wurde der Abend zum «Scheiterbildungsanlass». Hügi zeigt sich als «Ovo-Martina»: «Ich kann es nicht besser, aber länger.»

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie.

Richi Küttel 

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Die nächsten Termine:
3. Abend: Freitag, 7. April
Final: Dienstag, 16. Mai

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Fotos: Dieter Graf

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Gebt uns Saures

Autor : Oltner Kabarett-Tage – Di, 14.03.2017

Ansprache von Peter Gomm, Regierungsrat des Kantons Solothurn, zur Eröffnung des Quai Cornichon vom 11. März 2017 in Olten

Der Präsident des Programmausschusses hat mich gebeten, etwas dazu zu sagen, was Satire darf oder soll, und ob es sie heute überhaupt noch braucht. Er hat bei mir also 1. eine Vorlesung und 2. eine Lagebeurteilung bestellt.

1. Die Vorlesung:

Zur Definition von Satire:
Satire ist eine Kunstform, mit der Zustände, Ereignisse oder Personen kritisiert, verspottet oder angeprangert werden. Typisches Stilmittel der Satire ist die Übertreibung.

Zur Kunstform:
Es ist nicht von Bedeutung, ob der Künstler oder die Künstlerin eine Glatze, einen geschniegelten Scheitel, lange Haare oder einfach eine besondere Frisur trägt. Die Frisur hat an und für sich noch nichts damit zu tun, welche Worte, Sätze, oder gar ganze Texte vorgetragen werden. Der äussere Eindruck, mit dem das Vorgetragene mimisch, gestikulierend oder in steifer Körperhaltung untermalt wird, kann aber einen grossen Einfluss darauf haben, ob die Satire als solche erkannt wird. Mit anderen Worten: vorzugsweise ist die Übertreibung bereits im Gesagten zu erkennen. Das Gesagte ist schon Kunst. Andernfalls ist die Übertreibung nur in der Art und Weise des Auftritts zu erkennen. Im besten Fall ist das ein Schwank. Im schlechtesten eine Farce.

Zur Politikform:

Es ist nicht von Bedeutung, ob der Politiker oder die Politikerin einen Rossschwanz, Dauerwellen, eine Föhntolle, ein Toupet, einen Bürstenschnitt, eine Glatze oder ein „Bürzi“ trägt. Die Frisur hat an und für sich noch nichts damit zu tun, welche Worte, Sätze oder gar ganze Texte vorgetragen werden. Der äussere Eindruck, mit dem das Vorgetragene mimisch, gestikulierend, oder in steifer Körperhaltung untermalt wird, kann aber einen grossen Einfluss darauf haben, ob die Politik als solche erkannt wird. Mit anderen Worten: vorzugsweise ist die Bedeutung bereits im Gesagten zu erkennen. Das Gesagte ist schon Politik. Andernfalls ist in der Art und Weise des Auftritts nur Übertreibung zu erkennen. Im besten Fall ist das Pose. Im schlechtesten eine Posse.

Was darf Satire? Satire darf fast alles, solange sie als Satire erkennbar ist. Sie darf zum Beispiel Rether, Schramm, Uthoff, Kishon, Borowiak, Dorfer oder Tucholsky. Sie darf gerade noch Thiel, aber nicht immer Böhmermann. Vor dem Straftatbestand der Beschimpfung oder Ehrverletzung sind halt alle gleich. Allerdings darf man von Politikerinnen und Politikern auch erwarten, dass sie etwas gelassener damit umgehen. Beleidigte Leberwurst ist nicht das Menu der Wahl.

Was darf Politik? Sie darf vieles, solange sie als Politik erkennbar ist. Sie darf zum Beispiel Leuthard, Berset, Sommaruga, Maurer, Schneider-Ammann, Bodenmann, Blocher, Köppel, Fluri, Jositsch oder Widmer-Schlumpf. Sie hat bis jetzt auch Freysinger gedurft. Bis jetzt. Näheres weiss man am nächsten Wochenende. Die Frage ist manchmal nämlich auch, ob das Publikum von der Vorstellung genug hat. Das ist meistens dann der Fall, wenn es die Sache nicht mehr lustig findet. Das gilt jedenfalls in der Demokratie. Die Übertreibung ist das Privileg der Satire, nicht der Politik.

2. Die aktuelle Lagebeurteilung

Politik ist zum Beispiel, wenn alle vier Jahre für drei bis vier Wochen einzelne Wahlplakate zu gewichtigen Wahlen an den Strassenrändern stehen. Satire ist, wenn so viele Wahlplakate mit so vielen Kandidierenden an den Strassenrändern stehen oder gütig von Kandelabern der Bevölkerung zuzwinkern, dass die Wählenden keine Ahnung mehr haben, wer für was kandidiert.

Etwas Ordnung könnte hier beim nächsten Mal ein von der Staatskanzlei herausgegebener Panini-Sammelband schaffen. Anstelle von Wahlprospekten könnten einklebbare Bildli in Päckli abgegeben werden. Schön nach Parteien getrennt. Damit alles seine Ordnung hat. Man könnte die Bildbändli so auch zuhause an einem schönen Ort aufbewahren. Das wäre nachhaltig. Meistens könnte man die gleichen Bildli alle vier Jahre noch ein oder zwei Mal brauchen. Beim vierten Mal sind sie häufig noch nicht verblichen, aber doch schon etwas abgewetzt. Je nach Qualität aber immer noch zu gebrauchen.

Ob man in Zukunft dann auch die sich schon heute im Umlauf befindenden Panini-Bildli auf den Frontseiten der Zeitungen oben rechts ausschneiden und ins Sammelheft einkleben könnte, das man beim Wählen abgibt, glaube ich jetzt eher nicht. Häufig steht dort noch allerlei Zeugs drauf, mit dem die Kandidatinnen und Kandidaten gestempelt werden. Stempeln darf die Stimmzettel nur das Wahlbüro. Die Stimme wäre sonst ungültig.

Noch viel moderner wäre eine WahlApp mit Persönlichkeitsprofilen für Smartphones. So etwas, wie ein «Wahl-Tinder» zum Beispiel.

(Sie haben nicht gelacht. Das ehrt Sie. Sie kennen diese Dating-App offenbar nicht).

Für Kandidatinnen und Kandidaten mit bescheidenem Narzissmus wäre dann die doch eher erniedrigende Ausstellung an den Strassenrändern nicht mehr nötig. Es wäre alles viel einfacher. Mit der App könnten viele persönliche Kontakte zwischen Wählerinnen und Wählern und Kandidierenden geschaffen werden. Die Kontakte könnten auch ins Kontaktverzeichnis von WhatsApp, Twitter, Messenger oder vielen anderen Anwendungen übertragen werden. Man will ja schliesslich wissen, mit wem man es zu tun hat. Voraussetzung müsste allerdings sein, dass dort die Kommentarfunktion deaktiviert ist. Konversation, ja. Aber Kommentare, nein. Wegen der Shitstorms. Die will man auf keinen Fall.

Die App könnte zukunftsweisend gar „e-Voting-unterstützt“ sein. Bei einem „Match“ einfach über die Oberfläche des Smartphones streicheln, oder einfach streichen. Schon ist die Stimme abgegeben. Bei den Wahlen ins Kantonsparlament zweimal streichen und schon ist panaschiert. Eine solche App hätte im Gegensatz zum aktuellen System wirklich etwas Liebevolles. Streichen wird heute als gar nicht nett empfunden.

3. Schluss

Satire ist eine Kunstform, mit der Zustände, Ereignisse oder Personen kritisiert, verspottet oder angeprangert werden. Typisches Stilmittel der Satire ist die Übertreibung. Dürfen Politiker Satire? Nicht wirklich. Ironie und Satire sind verboten. Die Menschen wollen ernst genommen werden. Dürfen Satiriker Satire über Politiker. Unbedingt. Es liegt im Wesen der Satire, dass die Übertreibenden in jede Richtung mit markigem Stift gezeichnet oder spitzer Feder beschrieben werden. Das tut nicht nur dem Zwerchfell, sondern auch der Politik gut. Und gar alles, wirklich alles, muss man ja auch nicht immer so ernst nehmen. Sich selbst zum Beispiel. Auch als Politiker. Selbstironie ist für uns ausdrücklich erlaubt, wenn nicht gar erwünscht.

Ob es Satire braucht? Welche Frage. Auf jeden Fall. Ich wünsche den Oltner Kabaretttagen noch viele jährliche Ausgaben und damit auch viele Cornichons.

Gebt uns Saures!

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Christoph Sieber gewinnt Cornichon 2017

Autor : Oltner Kabarett-Tage – Fr, 10.03.2017

Angriffig und temporeich, politisch wutentbrannt und trotzdem charismatisch: Christoph Sieber gewinnt den Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2017.

Der gebürtige Schwabe begeistert auf der Bühne wie im Fernsehen («Spätschicht» auf SWR, aktuell «Mann, Sieber!» im ZDF) eine grosse Fan-Gemeinde mit bissigstem Polit-Kabarett und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. In Olten zeigt Sieber sein bisher fünftes Soloprogramm: «Hoffnungslos optimistisch».

Der 47-Jährige ist ausgebildeter Schauspieler und Pantomime, seine Bühnenstücke zeichnen sich aus durch eine raumgreifende Präsenz, brillante Sprache und packende Gestik. Sieber führt sein Publikum in ein grossartig inszeniertes Wechselbad der Gefühle, in Sekundenschnelle kippen beklemmende Anklagen in hinreissend komische Akzente, Elemente der Comedy werden gekonnt mit tiefgründiger Satire verquirlt. Sei es sprechend, tanzend, singend, jonglierend: Christoph Sieber kreiert eine fesselnde Dramaturgie der Gesellschafts- und Politkritik, die in ihrer Glaubwürdigkeit und aktuellen Dringlichkeit seinesgleichen sucht.