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Presseschau Online

So, 03.06.2018

 

Aus Sprungfeder wird Wunschfeder: Hier wünscht das Publikum den Künstler
Schweiz am Sonntag – 1.6.2018
Jakob Heymann, Peter Fischer und Lisa Eckhardt gestalteten am Kabarett-Festival die Premiere des neuen Formats in der Schützi. Wer von ihnen an den nächsten Kabaretttagen in voller Länge auftreten wird, kommt erst noch aus.

Christoph Simon: Vom Casting-Sieg zum Salzburger Stier
SRF 1: 10vor10 – 31.5.2018
Der Startschuss: Es ist Dienstag, 14. Mai 2014, 22:30 Uhr, Schwager Theater in Olten. Dieser Moment wird das Leben von Christoph Simon verändern – nachhaltig. Er steht auf der Bühne, scheint schüchtern und unsicher.

Sie können es nicht lassen: Selbst in der Pause spielen sie weiter
Zofinger Tagblatt – 31.5.2018
Das Duo Giacobbo/Müller lässt im Stadttheater Olten mit ihrem Bühnenprogramm Comedy-Urstände hochleben. Nach jahrelanger TV-Präsenz touren die beiden mit ihrem Programm durch die Deutschschweiz.

Lisa Christ wird mit dem Förderpreis ausgezeichnet
Oltner Tagblatt – 29.5.2018
Auch in diesem Jahr wurde ein Förderpreis in der Höhe von 10000 Franken an eine Kabarett-Nachwuchshoffnung vergeben.

Ein «gefällt mir» für Turmredner Peter Gomm

Oltner Tagblatt – 26.5.2018
Der Alt-Regierungsrat Peter Gomm hielt in diesem Jahr die Turmrede an der Oltner Kabarett-Tage. Auf dem Ildefonsturm hielt er, passend zu den Kabarett-Tage, eine Rede mit Ironie und Satire. Die Rede in voller Länge.

Peter Gomm als «Turmredner» – ob er politisch wieder einsteigen will, lässt er offen
Oltner Tagblatt – 26.5.2018

Der Ex-Regierungsrat Peter Gomm hält an seinem 59. Geburtstag die Turmrede an den Oltner Kabarett-Tagen. Ob er politisch wieder einsteige, wolle er nicht ausschliessen. Derzeit befindet sich der Sozialdemokrat in «Wettkampfpause».

«Oltner sind mehr lustvoll als lustig»
SRF Regionaljournal AG/SO - 25.5.2018
Olten – viele kennen nur den Bahnhof der Stadt. Rundherum hohe Wohnblöcke. Besonders einladend wirkt die Stadt auf den ersten Blick nicht. Der berühmteste Ort der Stadt ist das Bahnhofsbuffet. Genau dort treffen wir auch Rhaban Straumann des Duos Strohmann-Kauz und die Poetry Slammerin Lisa Christ. Beide treten an den Kabaretttagen auf und beide wohnen in Olten.

Kabarettpreise für Schertenleib und Jegerlehner
SRF 1: Tagesschau – 24.5.2018

«Melancholie und Rebellion» — damit sichern sich Schertenlaib & Jegerlehner ihren Erfolg
Oltner Tagblatt – 24.5.2018
Der Schweizer Kabarett-Preis Cornichon wurde am Mittwoch an das Duo Schertenlaib & Jegerlehner übergeben.

Oltner Kabarett-Tage: Die Österreicherin Lisa Eckhart gilt als eines der grössten satirischen Talente der letzten Jahre.
SRF 2 Kultur: Kultur Kompakt – 24.5.2018 – Start 17:15

Schertenlaib & Jegerlehner sind lustig, ohne Pointen-Stress zu verbreiten
Oltner Tagblatt – 24.5.2018
Wie jedes Jahr sind im Frühsommer die Kabarett-Tage in Olten. Impressionen eines berührenden Kabarett-Abends mit den Cornichon-Preisträgern Schertenlaib & Jegerlehner im Stadttheater Olten.

«Wir haben noch Luft nach unten»
Der Bund – 23.5.2018
Das Thuner Duo Schertenleib & Jegerlehner erhält heute den Schweizer Prix Cornichon 2018. Auf den Lorbeeren ausruhen wollen sie keinesfalls.

Lorenz Keiser: «Natürlich sind Kabarett-Preise wichtig»
Schweiz am Wochenende – 22.5.2018
Heuer ist er in Olten an den Kabarett-Tagen aktiver Gast: Lorenz Keiser, ein Doyen der Szene.

Jegerlehner: «Jetzt freue ich mich auf Cornichon im Sandwich»
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis – 13.03.2018

 

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Bilder der 31. Oltner Kabarett-Tage [3]

Autor : Fotos von Dieter Graf und Remo Fröhlicher – So, 03.06.2018

HG Butzko: «Menschliche Intelligenz»


 

Tina Teubner & Ben Süverkrüp: «Wenn du mich verlässt, komme ich mit»

 

 

Wunschfeder mit Jakob Heymann, Peter Fischer und Lisa Eckhart

 

 


 

 

 

Kabarett-Cocktail mit Flurin Caviezel, Lisa Eckhart & Sven Kemmler und Katie Freudenschuss

 

 


 


 

Philipp Galizia: «Herr Kater»

 

 

Florian Schroeder: «Ausnahmezustand»

 

 

Sebastian Pufpaff: «Auf Anfang»

 

 

Irmgard Knef: «Ein Lied kann eine Krücke sein»

 

 

Matthias Deutschmann: «Wie sagen wir es dem Volk?»


 

 

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Oltnerin gewinnt Kabarett-Casting

Autor : Franziska Monnerat – Do, 31.05.2018

Lisa Christ setzte sich im Finale gegen ihre beiden männlichen Konkurrenten durch und gewinnt den Förderpreis in der Höhe von 10'000 Franken.

«Erinnern Sie sich noch an Ihren 16. Geburtstag?», fragte Lisa Christ das Publikum am Anfang ihres Auftritts. Danach begann sie darüber zu sinnieren, was sich seither verändert hat. Anstatt literweise Wodka runterzuschütten, nippe sie den ganzen Abend an einem Glas Weisswein. Anstatt die ganze Nacht zu tanzen, suche sie sich im Club einen Stuhl mit Lehne. Mit Bedauern stellte die 27-Jährige fest, dass ihre Götter Faulheit, Feiern und Fett auch im Freundeskreis an Bedeutung verlieren. Während die einen dem Fitness- und Gesundheitswahn verfallen, gründen die anderen eine Familie. Ihre Erkenntnisse teilte Christ, die seit über zehn Jahren an Poetry Slams teilnimmt und vor kurzem ihr erstes Buch veröffentlicht hat, in rasend schnellem Tempo.

Gemächlicher ging es bei den Auftritten der anderen beiden Finalisten zu und her. Piet Heusser, der im Jungen Theater Winterthur Bühnenerfahrung gesammelt hat, verlas an einem Tisch sitzend den «Bericht aus dem Lande», eine bitterbösen Abrechnung mit Schweizer Eigenheiten vom Berner Sennenhund über den Tunnelbau bis zu Helikoptereltern.

Der Schauspieler Philipp Langenegger machte seine Herkunft zum Programm. In breitem Dialekt berichtete er vom Landleben nahe dem Säntis, dem «Matterhorn des Appenzellerlands». Er schilderte Situationen, wie sie sich im Dorf abspielen und stellte unter Einbezug des Publikums skurrile Szenen nach, wie sie ihm im Stall begegneten. So berichtete er beispielsweise davon, wie sich seine schönste Kuh Soraya mit den Hörern in der Heuraufe verfing, weil ein Nacktwanderer sie erschreckt hatte.

Durch den Finalabend im ausverkauften Schwager Theater führte wie bereits bei den drei Vorrunden Lisa Catena, die Siegerin des 1. Oltner Kabarett-Castings. Die erfolgreiche Satirikerin tourt zur Zeit mit ihrem Programm «Nume nid gsprängt!» durch die Schweiz.

 

 

Philipp Langenegger und Piet Heusser

 

 

Lisa Christ und die Moderatorin Lisa Catena

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Bilder der 31. Oltner Kabarett-Tage [2]

Autor : Fotos von Dieter Graf und Remo Fröhlicher – Do, 31.05.2018

7. Oltner Kabarett-Casting

 

Philipp Langenegger und Piet Heusser

 

Lisa Christ und Moderatorin Lisa Catena

 

DIe Siegerin Lisa Christ 

Giacobbo-Müller: «In Therapie»

 

 

 

Joachim Rittmeyer und Patrick Frey: «Nachtabsenkung»

 

 

Hazel Brugger und Gabriel Vetter


 

 

 

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Bilder der 31. Oltner Kabarett-Tage [1]

Autor : Fotos von Dieter Graf und Remo Fröhlicher – Mo, 28.05.2018

Schertenlaib & Jegerlehner – Verleihung des Schweizer Kabarett-Preises «Cornichon»

 


 

Paul Klain (Startprogramm Special-Guest-Abend)

 

Renato Kaiser: «Renato Kaiser in der Kommentarspalte»

 


Lorenz Keiser: «Matterhorn Mojito»

 

Christoph Simon: «Zweite Chance»

 

 

Tilman Birr: «Tilman Birr – … alles andere später»


 

Severin Gröbner: «Abendgang im Unterland»


 

Peter Gomm: Turmrede 

 

Andreas Rebers: «Amen»

 

 

Strohmann-Kauz: «ghoue & gstoche»

 

 

Till Reiners: «Auktion Mensch 2018»

 

 

Bernd Kohlhepp: «Mit dem Faust aufs Auge»

 

 

Reto Zeller und Fabian Lau: «Liederlich Rat Pack»

 

 

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Turmrede 2018

Autor : Oltner Kabarett-Tage – Sa, 26.05.2018


Heute hielt der frisch gebackene Alt-Regierungsrat Peter Gomm die traditionelle Turmrede.

Falls Sie die Rede bei wunderbarem Sommerwetter verpasst haben, können Sie sie hier nachlesen.


Auch wenn es privat sein könnte


Geschätztes Volk

Ich danke den Verantwortlichen der Gesellschaft Oltner Kabaretttage von Herzen, dass sie es mir ermöglicht haben, einmal wie die Queen vom Balkon des Buckingham Palace zu winken, oder gar wie der Papst von seiner Loggia über dem Petersplatz Benediktion zu erteilen. Diese Ehre wurde mir in meiner zwölfjährigen Tätigkeit als Regierungsrat des Kantons Solothurn nie zuteil. Für einen Politiker muss das doch purer Genuss sein.

Auf dem republikanischen Pflaster von Olten ist Bodenhaftung allerdings die viel bessere Wahl. Selbst Könige begnügen sich hier mit schlichten Denkmälern. Wenn es solche überhaupt gibt, dann sind es allerhöchstens gemeine Hauskatzen, bei denen auch schon mal das Krönchen auf dem Haupt eine Provokation darstellen kann.

Ich bin froh, dass dieser Turm noch steht. Kürzlich hat ja die „Alte Brücke“ gebrannt. Der Brand hätte leicht auf die Altstadt übergreifen können. Die Beschädigungen waren tiefgreifend. Was in den Meldungen der Polizei nicht zu lesen war, ist, dass diese offenbar sicher ist, dass es dieses Mal nicht die Berner waren, die 1798 die Brücke in Brand gesetzt hatten, um den Vormarsch der Revolutionstruppen aus Frankreich zu stoppen. Darüber ist der Stadtrat vermutlich erleichtert. Er hätte sonst wohl einen weiteren Vorstoss behandeln müssen, der nun 220 Jahre nach dem ersten Brand Reparationszahlungen durch die Stadt Bern verlangt. Gerüchteweise gab es Leute, die hingegen einen Nachahmungstäter des Brandstifters in der St. Ursenkathedrale in Solothurn in Betracht zogen. Dieser hatte damals den Altar angezündet. Dass darauf hin auch noch der Bischof vor den Flammen nach Rom flüchtete, dafür konnte er nichts. Mittlerweile weiss man, dass hier in Olten eine weggeworfene Zigarette am Brückenbrand schuld war. Es kam aber alles gut. In Solothurn, Rom und Olten. Der Solothurner Brandstifter hat seine Strafe verbüsst, die Kathedrale erstrahlt in neuem Glanz, der Bischof wurde Kardinal, - und, die Renovation der alten Brücke ist zwar noch nicht fertig, es hat aber bereits neue Aschenbecher. Die wurden vermutlich mit dem Geld bezahlt, welches das Oltner Parlament bei der Renovation der christkatholischen Stadtkirche eingespart hatte.

Trotz der schönen Aussicht von hier oben ist nicht alles nur aufregend, was man sieht. So sind beispielsweise Sturmfrisuren , allerlei Köpfe mit schütterem Haarwuchs und vereinzelt auch ganze Lichtungen einsehbar, die sich mit dem Redner solidarisch zeigen. - Noch vor kurzer Zeit hätte ich mich nicht getraut, dies zu sagen. Es ist ein grosses Verdienst von Donald Trump, wenn nicht das Grösste seiner bisherigen Präsidentschaft, dass man heute Männerfrisuren erwähnen darf, ohne sich dem Vorwurf auszusetzen, politisch unkorrekt zu sein.

Man sieht von hier auch Dinge, die im täglichen Umgang miteinander und auf Augenhöhe meistens nicht besonders auffallen. Man kann beispielsweise in Wohnungen sehen. Und, je höher man auf dem Turm ist, desto mehr Einblick hat man. Ein Einblick, der manchmal gewöhnungsbedürftig ist. Man bekommt vielleicht zufällig Privates mit, von dem man denkt, dass man es eigentlich gar nicht wissen will.

Das soll künftig nicht mehr stören. Versicherungen sollen nach dem Willen des Bundesparlamentes die Erlaubnis erhalten, Garten, Balkon, Wohn- und gar Schlafzimmer zu observieren, solange diese von einem öffentlichen Ort her einsehbar sind. Versicherungsdetektive können dann jeden Tag sehen, was ich von hier oben sehe. Sogar zuhören dürfen sie. - Die wollen das tatsächlich auch. - Man könnte sich vorstellen, dass es zum Beispiel von grossem öffentlichen Interesse ist, ob der oder die zu Beobachtende es trotz ärztlich bezeugter Arbeitsunfähigkeit wegen Rückenschmerzen geschafft hat, sich gestern Abend nach üppigem Nachtessen und Koordinationsproblemen aufgrund ausschweifenden Weingenusses die Beine zu rasieren.

Häufig ist das Argument zu hören, wer nichts zu verbergen habe, der oder die bekomme damit auch keine Probleme. Wer sich einem allfällig verbleibenden Restrisiko nicht aussetzen will, müsste sich deshalb überlegen, Vorhänge zu kaufen. Am besten eignen sich Verdunkelungsvorhänge, die nicht besonders auffallen. Sie müssen deswegen nicht Angst haben, dass die Polizei Sie wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet. Die hat mit Paparazzi nichts am Hut. - Die Vorhänge sollten hingegen nicht allzu viel kosten. Es könnte sonst der Eindruck entstehen, der Vorlage komme tatsächlich eine gewisse volkswirtschaftliche Bedeutung zu, weil sie, so dürfte es dann im Bundesbüchlein zu einer allfälligen Volksabstimmung zu lesen sein, auch dem Lädelisterben von Vorhangateliers entgegenwirken soll.

Zur Überwachung können auch Drohnen eingesetzt werden. – Nicht, dass diese jetzt stören würden. Die meisten Menschen lieben Drohnen. Vor allem, wenn sie an einem lauschigen Sonntag im Garten das heimatliche „Gesummse“ der Bienen verstärken und so das natürliche Gefühl vermitteln, sie würden in luftiger Höhe mithelfen, Obstbäume zu befruchten. - An warmen Frühlings- oder heissen Sommertagen muss dann auch niemand extra seinen Selfiestick hervorkramen, um sich in der Badehose oder im Bikini zu fotografieren. Wer Glück hat bekommt ein Luftbild, das mit einem knackigen Kommentar direkt auf Instagram gepostet, oder, wenn Sie schon etwas älter sind, wie ich es bin, in der Glückspost, dem goldenen Blatt oder der Schweizer Illustrierten veröffentlicht wird. –

Umso mehr ist es zu bedauern, wenn sich Drohnen in Ästen verfangen oder sich beim Runterfallen gar die Flügel brechen. Darum sollte es etwa Drohnenführerkurse mit Bewilligungspflicht geben. Auch registrieren sollte man sie. Damit man sie wiederfindet und nach einem Absturz wiederbeleben kann. Man könnte sich sogar eine Drohnennotfallgruppe überlegen, oder die Feuerwehr dafür ausbilden.

Drohnen kämpfen auch darum, in der Gesellschaft weiterhin mit dem Recht auf freien Flug anerkannt zu bleiben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass diesem wertvollen Anliegen mit der Gründung einer Drohnenpartei Rechnung getragen werden könnte. So würde auch die Vielfalt der politischen Meinungsäusserung und damit der Meinungsbildungsprozess gefördert. Es wäre sogar möglich, dass damit einer der Grundsteine für eine gesamtschweizerisch grösste Partei gelegt werden könnte.

Eine solche Partei träfe auf eine beinahe historisch-europäische Freude an neuen Bewegungen. Es müsste ja nicht gleich so sein, wie bei unserem östlichen Nachbarn, wo die Österreichische Volkspartei kurzerhand in „Liste Kurz“ umgetauft wurde. „Liste Gössi“, „Levrat“, „Pfister“ oder „Ritz“ beispielsweise, vermöchten, zumindest auf den ersten Blick, „marketingmässig“ nicht gleich alle von den Sitzen zu reissen. Anders könnte es mit „Liste Rösti“ sein. Da scheint durchaus Potenzial vorhanden, dass der Name den Wähler und die Wählerin einprägsam auf ein einheimisches Gericht und damit auf die nationale Verbundenheit der betreffenden Partei hinweist. Das, obwohl die Kartoffel ja ursprünglich aus Südamerika zugewandert ist.

Zugewandert ist auch die Europäische Menschenrechtskonvention. Die hat das Parlament zwar ratifiziert, aber man wusste damals ja nicht, dass deren Unterzeichnung nicht nur deklaratorische Wirkung hat, sondern von den einheimischen Gerichten auf allen Stufen tatsächlich angewendet wird. Darum gibt es nach der Masseneinwanderungsinitiative jetzt auch die Selbstbestimmungsinitiative. Damit die Schweizerinnen und Schweizer selbst darüber bestimmen können, was Menschenrechte sind. Es wäre ja nicht so, dass diese danach nicht mehr gelten würden. Aber ein bisschen diversifizieren müsste man schon. Zwischen Menschen und Menschen.

Mit Diversifikation kämpfen zur Zeit vor allem traditionelle Parteien. Nicht nur „ennet dem grossen Teich“. Sie haben seit langem mit Programmen angeschrieben, was drin ist. Einige meinen aber, einfach nicht rasch genug zu wachsen. Darum gibt es Bestrebungen, genauer herausfinden, welches die Wählergewohnheiten oder –wünsche sind und wie sie sich entwickeln.

Das tun sie auf unterschiedliche Art und Weise. Viele Politikerinnen und Politiker machen das nach wie vor ganz traditionell. Sie reisen beispielsweise mit dem Zug, wenn sie zur Arbeit oder an Sitzungen fahren. So kommt man mitten unter die Leute. Besonders empfehlenswert ist das, wenn man an einem Eisenbahnknotenpunkt wohnt, wo viele Leute aus- und zusteigen und die Züge darum voll sind. Um mit dem „Vis-à-vis“ ins Gespräch zu kommen, kann man ihm oder ihr ein „WhatsApp“ schicken, damit sichergestellt ist, dass diese oder dieser merkt, dass noch jemand anders im Abteil sitzt. Sprechen ist dann nicht nötig und niemand muss seine Kopfhörer entfernen. Es reicht, wenn jede und jeder aufs sein Smartphone schaut, um Interessantes sofort zu beantworten. Man stört dann auch niemanden anders, der keine Kopfhörer trägt. Im schlimmsten Fall kann man dem Gegenüber eine Sprachnachricht für später schicken. Die kann nach dem Aussteigen angehört und beantwortet werden. Das kann jede und jeder machen, wie er oder sie will. Wenn man will. Das ermöglicht eine individuelle Gesprächsführung, ist zudem rücksichtsvoll und trotzdem volksnah.

Auch Umfragen sind eine gängige Methode. Die sind aber nicht immer zuverlässig. Mittlerweile gibt es andere tolle Möglichkeiten, inhaltlich genauer auf die Wählerinnen und Wähler zuzugehen. Man kann bei Facebook oder zugewandten Firmen Auswertungen über Wählerinnen- und Wählergewohnheiten bestellen. Das erleichtert es, die Programme flexibel anzupassen und die richtigen Spitzenkandidatinnen und -kandidaten zu finden, die dem Wählergeschmack entsprechen. - Es ist zwar wichtig für jeden Politiker und jede Politikerin, dass man sofort eine Meinung hat und diese kundtut, auch wenn man noch nichts Genaues weiss. Über Twitter beispielsweise, damit gleich auch alle Journalistinnen und Journalisten auf einen zugehen können. Mit regelmässiger Inszenierung kann man seine Bekanntheit natürlich verbessern. Besser wäre es aber schon, zu wissen, welche Meinung der Wähler- oder die Wählerin in diesem Moment genau von einem erwartet. Das sollte man auch wissen, um Fehlinvestititonen zu vermeiden. Einer hat zum Beispiel in Basel eine grosse Zeitung gekauft, aber vorher nicht damit gerechnet, dass die Leute etwas anderes lesen wollen, als er schreiben liess. Das ist ihn teuer zu stehen gekommen.

Abhilfe schaffen könnte man diesem Problem, indem man die Wählerinnen und die Wähler mit „GPS-Trackern“ versieht. Damit man ihre täglichen Gewohnheiten „live“ über ein Webportal anschauen, sichern und besser auf sie eingehen kann. Möglicherweise übernimmt diese Bürde eine private Gesellschaft gegen Bezahlung. Aber das müsste politisch wohl noch diskutiert werden. Darum ist es auch verständlich, dass man in einem ersten Schritt, - um Erfahrungen zu sammeln, - mithilfe privater Firmen - zuerst nun versuchsweise das Verhalten einer kleineren Gruppe, nämlich der Bezügerinnen und Bezüger von Sozialversicherungsleistungen, mit solchen „GPS-Trackern“ beobacht, um Missbräuche aufzudecken.

Sie können aber auch schon selbst bürgerinnen- und bürgernah ein bisschen üben, was dabei rauskommen kann. Mit ihrem Smartphone und der App „Freunde finden“. Bei gegenseitiger Freigabe in der Familie oder unter Freunden, und unter Einschaltung der Ortungsdienste, können sie sehen, wo diese gerade sind. Im Laufsport beispielsweise, gibt es das schon länger. Man sieht dann, wo sich die Läuferin oder der Läufer auf der Laufstrecke befindet. Manchmal beobachtet man auch, dass der eine oder die andere mit der Zeit, die er oder sie laufen will, etwas angegeben hat. Falls die Verwendung der App auch innerhalb von Familien und Freunden komplikationslos bliebe und man niemanden dort vorfindet, wo er oder sie nicht sein sollte, - was nicht von vorneherein auszuschliessen ist, - können sie ihre Erfahrungen an die geeignete Stelle weitermelden.

Sollte die Auswertung der Erfahrungen mit den Beobachtungsmöglichkeiten auch sonst positiv sein, kann man alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einbeziehen. Weil man die Datenschutzeinstellungen in Smartphones und Computern neu so machen kann, dass viel weniger sichtbar ist, als es Einigen lieb ist, wird schon jetzt über über künftige Möglichkeiten nachgedacht. Am wenigsten Umstände machen würde die Implantierung eines Chips, der aufzeichnet und bei Bedarf einfach aktiviert werden kann. Um zukünftig Missbräuche der Wählerinnen und Wähler zu verhindern. Nämlich, dass sie sich in aller Freiheit und ohne sich rechtfertigen zu müssen, selbst eine Meinung bilden, falsch abstimmen oder gar falsch wählen. Auch wenn das privat sein könnte.

Erschrecken Sie jetzt nicht und löschen Sie auf keinen Fall gleich Ihre Facebook- und Twitter-Profile, und schon gar nicht den Instagram-Account, wenn Sie nach Hause gehen. Ich mache das auch nicht. Das wäre schade, - jedenfalls für die meisten. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden Sie auch diese Rede bald online auf Facebook, Twitter und vielleicht sogar Bilder auf Instagram sehen. Klicken Sie dort auf „gefällt mir“ oder kommentieren Sie, dass es Ihnen nicht gefallen hat, - wenn es unbedingt sein muss. Ein paar „Cookies“ auf den Medienkanälen müssen Sie vielleicht in Kauf nehmen. Die Verantwortlichen der Kabaretttage aber haben versichert, dass sie selbst über ihre Webauftritte keine Daten sammeln. Ihr Programm sei auch so toll. Das kann ich natürlich bestätigen. Gut, - vielleicht mit Ausnahme des Turmredners in diesem Jahr.

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Programmheft Teil 2: Der Versand

Autor : Claude Schoch – Do, 17.05.2018

Die Programmhefte kommen aus der Druckerei in die Geschäftsstelle. Es ist immer ein schöner Moment, wenn wir «unser» Programmheft zum ersten Mal in den Händen halten können. Aber damit ist es natürlich nicht getan. Nun beginnt ein weiterer, sehr aufwendiger Prozess: das Versenden der Hefte. Und da hat unsere Geschäftsstelle immer ganz tolle Hilfe. Die Bilder zeigen, dass es sich hier nicht um ein paar wenige Heftchen handelt, sondern um einen grossen Stapel.

 

Eine zentrale Person in diesem Prozess – nicht nur beim Versand – ist Martin Planzer. Als Leiter Kommunikation ist er von A–Z verantwortlich für das Programmheft. Die Arbeit beginnt im Herbst und endet schliesslich mit diesem befriedigenden Moment der Lieferung in die Geschäftsstelle. 

Die beiden Helferinnen in diesem Jahr sind Fiona und Catalina Lehmann. Sie arbeiten sich durch Adresslisten, Couverts und natürlich Kisten mit Programmheften durch.

Wie bei vielem anderen auch, ist eine gute Vorbereitung Voraussetzung für gute Arbeit. In der Küche würde man dem ein gutes «mise en place» sagen. Hier wird alles, was es für den Versand braucht, sauber und strukturiert bereitgelegt.

 

Und irgendwann ist dann alles bereit für den letzten Schritt – den Weg zur Leserin, zum Leser.

 

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Programmheft Teil 1: Die Produktion

Autor : Claude Schoch – Do, 10.05.2018

Unser Programmheft umfasst in der Zwischenzeit 74 Seiten und hat zusätzlich eine aufklappbare Rückseite. Ein solches Produkt braucht professionelle Unterstützung. Diese haben wir in unserem Print-Partner «Dietschi Print & Design AG» gefunden. Seit vielen Jahren begleitet und unterstützt diese Firma unseren Printauftritt. In diesem Beitrag haben wir Ihnen den Produktionsprozess mit ein paar Bildern veranschaulicht.

Das Kommandopult ist sozusagen die «Künstliche Intelligenz» des Druckens. Mit anderen Worten, der Drucker kann hier mit einfachem Knopfdruck Einfluss auf den Druck des betreffenden Produktes nehmen.

Es entbindet ihn aber nicht davon, mit der Lupe auf einem gedruckten Bogen die Druckqualität gemäss Vorlage zu prüfen. High-Tech kommt ohne Menschenhand (noch) nicht aus.

Diese Personen sind unsere wichtigen Ansprechpersonen. Hier bei der Bogen-Auslage neben dem Kommandopult. Anja Kuhn, Auszubildende Druck-Technologin, Raphael Riedo, Druck-Technologe und Markus Walter, unsere Kontaktperson.

Die Produktion ist dank der modernsten Maschinen auf hochprofessionellem Niveau. Die Bilder unten zeigen – in sehr vereinfachter Beschreibung – den Schritt des Schneidens und Falzens.

 

Zum Schluss wird das Programmheft zusammengestellt und geheftet. Man stelle sich mal vor, diese 74 Seiten müssen von Menschenhand sortiert, gefalzt und mit dem Bostitch fertiggestellt werden. Und das 8000 mal!

In diesem Gebäude findet dieser hochtechnologische Prozess statt – bei der Dietschi Print & Design AG.

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Der 3. Castingabend vollständig in der Hand von Kabarettistinnen

Autor : Rainer von Arx – So, 06.05.2018

Heute wird eine Frau gewinnen. Diese Sicherheit war seit Beginn klar. Der dritte Abend bot vier Kabarettistinnen im Wettbewerb und sowie die überzeugende Moderatorin Lisa Catena.

Lisa Catena Lisa Christ

Nach der Einstiegsmoderation und der kurzen Vorstellungsrunde eröffnete die Lokalmatadorin Lisa Christ den Abend. Im Storytelling und performten Texten befasste sie sich mit ihrer Entwicklung als Jugendliche und Frau, sinnierte über das Älterwerden, behütet sein und übers erfüllen oder brechen von Idealen und Konventionen.

Sina Hirzberger war das zweite Mal beim Casting und führte durch Entwirrungen. Von der Sozialanthropologie ging es über die Arbeit im Service zum Büroyoga. Die junge Thunerin bewies dabei, dass sie nicht nur textlich sondern auch sportlich überzeugen kann.

Sina Hirzberger Rebekka Lindauer

Vom Büro gings bei Rebekka Lindauer in die Welt der Kinder. Wie kann man sich als Kollegin verhalten, wenn man von jungen Familien umzingelt ist, wie kann aus Kindern etwas anständiges werden und wie „metzget“ sich die selbsterklärte Viandin das Leben? Ihr Song über Banker lieferte dazu eine weitere satirische Note.

Als letzte Künstlerin vor der Pause kam Mirjam Pierig in der Rolle als «Miggeli». Als Revoluzzerin bricht Miggeli aus dem tristen Alltag des Altersheims aus und denkt über Gesundheitswahn und das Wettrüsten der Pharmabranche nach.

Mirjam Pierig Abend-Siegerin Lisa Christ

Nach einer langen Pause, entstanden durch intensive Jurydiskussion wie auch tollem Wetter, konnten Mirjam Pierig und Lisa Christ nochmals die Bühne in Beschlag nehmen. Miggeli performte weiter im Thema und rappte über Medikamente, Implantate und die Bedürfnisse von SeniorInnen. Christ knüpfte an den Lebensthemen der jungen Frau an. Sie performte Texte über die perfekten Ferien und das Bedürfnis, dass viele Menschen über Veränderungen im Leben fast missionarisch reden wollen. Ihr Abschlusstext über Muttersein und dass Geburt und der Körper der Frau schlicht «Magic» ist, überzeugte Jury und Publikum und so konnte sie, sehr verdient und stolz, den Abendsieg holen und wird am Finalabend vom 28. Mai wieder auf der Bühne stehen.

Weitere Fotos finden Sie in der Bildergalerie.

Fotos: Dieter Graf

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Der Start des Vorverkaufs – eine Medaille mit zwei Seiten

Autor : Claude Schoch – Fr, 04.05.2018

Der Vorverkauf hat einen auf die Minute genau fixierten Starttermin. In der Regel ist das ca. 2 Monate vor dem Festival, Beginn morgens um 8.00 Uhr. Aber schon etliche Tage vorher beginnt in der Geschäftsstelle die Vorbereitung auf diesen Moment. Und jedes Jahr gibt es bei Cornelia Kaeser und Heidi Walser zwei völlig unterschiedliche Gefühle im Vorfeld: Freude und Skepsis. Davon soll in diesem Beitrag die Rede sein.

Sobald an der Mitgliederversammlung das Programm öffentlich wird, beginnt der Run auf die Tickets. Auch wenn das noch lange vor dem offiziellen Termin ist. Die Leute bestellen telefonisch, schriftlich oder mit Mail. Meist sind das Personen, die am eigentlichen Vorverkaufstermin keine Gelegenheit haben, im Internet Tickets zu bestellen oder die lieber diese Form der Bestellung möchten. Allerdings bleiben auch diese Bestellungen bis zum Beginn des Vorverkaufs liegen, d. h., erst um 8.00 Uhr beginnen Cornelia und Heidi mit dem «Eintöggelen» dieser Bestellungen. Das ist viel fairer, wenn alle den gleichen Bestellungstermin haben, aber …

… es macht den Vorverkaufsstart auch gleich viel hektischer. Denn selbstverständlich läutet das Telefon an diesem Vormittag Sturm und auch auf dem Ticketsystem im Internet ist der Teufel los.

Dieser grosse Arbeitsanfall wäre noch einigermassen gut zu verdauen. Das echte Problem sind aber die sehr rasch ausverkauften Vorstellungen. Dieses Jahr waren nach 12 Minuten bereits zwei Vorstellungen ausverkauft – und das am grössten Spielort Stadttheater und trotz Beschränkung auf 2 Tickets pro Mitglied.

Und hier kommen nun die beiden im Eingangstext erwähnten Gefühle zum Tragen. Einerseits freuen wir uns, wenn unsere Vorstellungen gut beim Publikum ankommen. Andererseits finden wir es schade, wenn es nicht genug Tickets für alle Interessierten hat. Die Regel ist an sich einfach: Je bekannter ein Kabarettist, eine Kabarettistin ist, desto rascher ist diese Vorstellung ausverkauft. Und desto rascher gehen Mitglieder bei der Ticketbestellung leer aus.

Schliesslich gibt es an diesem Vormittag allerdings eine Dimension, die weniger schön ist. Es kommt zu einigen sehr unschönen Kontakten von Mitgliedern mit den beiden Damen in der Geschäftsstelle. Den Ärger über die sehr rasch ausgebuchten Vorstellungen bekommen Cornelia Kaeser und Heidi Walser zum Teil ungefiltert mit – wie wenn die beiden etwas zu dieser Tatsache beigetragen hätten oder etwas an der Situation ändern könnten. Natürlich überwiegt am Schluss die Freude über die grosse Nachfrage. Aber ob der Weg «durch das Tal der Tränen» wirklich nötig ist, wagen wir zu beweifeln.

 

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Neue Unterstützung bei der Gästearbeit

Autor : Claude Schoch – Di, 17.04.2018

Die Oltner Kabarett-Tage haben den Anspruch, das wichtigste Satirefestival in der Schweiz zu sein und damit Olten zur Kabarett-Hauptstadt der Schweiz zu machen. Dazu gehört auch eine gute Gäste-Arbeit. Mit dem Wechsel im Leitungsteam hat man sich entschlossen, diese aufwendige Arbeit zu einem «Kästli» aufzuwerten. Und mit Heddy von Arx hat sich erfreulicherweise eine sehr gut geeignete Person für diesen «Job» gefunden.

Die Gäste-Arbeit hat drei ganz unterschiedliche Phasen: Phase 1 ist die mühsamste – die Adressverwaltung, -bereinigung, -aktualisierung. Phase 2 ist die einfachste – die Korrespondenz mit den Eigeladenen, die Briefe, die Mails, die Anmeldungen, die Bestätigungen. Phase 3 ist die schönste – der persönliche Umgang mit den Gästen, die Begrüssung, der Empfang, die Betreuung.  

Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Arbeit die Adressverwaltung der Gästeliste gibt. Bei den Politikern sind vor allem bei der Legislative (Kantons- und Gemeinderat) viele Anpassungen jedes Jahr nötig. Zum Glück sind diese Informationen einigermassen gut auffindbar. Sowohl in der Bundesverwaltung wie auch beim Kanton und der Stadt Olten findet man als Aussenstehender die Namen und Adressen leicht. Auch bei den Spönsoren, Medien und den Ehrenmitgliedern ist die Adressverwaltung eine reine Fleissarbeit.
Anspruchsvoller wird es bei den VIPs im Kulturbereich. Hier müssen wir versuchen, die «richtigen» Leute einzuladen. Diese Liste zirkuliert am intensivsten innerhalb der Organisation. Ebenfalls heikel wird es bei den weiteren Unterstützern unseres Festivals. Hier geht es darum, niemanden zu vergessen. Auch auf diese Liste haben mehrere Personen Einfluss.
Das Bild zeigt Heddy von Arx zusammen mit dem Gesamtleiter, Alex Summermatter, in der Endbereinigung der Adressliste.

Wir laden mehrere hundert Gäste jedes Jahr zu unserem Festival ein, selbstverständlich immer in Begleitung. Und natürlich können wir diese grosse Menge Leute nicht alle am gleichen Abend betreuen. Dazu haben wir zu wenig Platz – auch im Stadttheater. So ist der nächste wichtige Entscheid also die Frage: Wen laden wir an welchen Abend ein? Es stehen grundsätzlich zwei Abende zur Auswahl: die Preisverleihung am ersten Abend und der Special-Guest-Abend (mit dem Preisträger) am zweiten Abend. Den Kantons- und Gemeinderäten machen wir drei bis vier Vorschläge, aus denen sie auswählen können.
Die Leiterin der Geschäfsstelle, Cornelia Kaeser, ist bei dieser Arbeit eine wichtige Hilfe.


Sobald die Briefe geschrieben und ausgedruckt sind, werden sie unterschrieben – persönlich, das ist Ehrensache. Da kommt Alex Summermatter nicht darum herum. Und nach ein paar hundert Unterschriften hat man dann auch irgendwann mal genug. Wir glauben, dass dieser Zusatzaufwand die Einladungen persönlicher macht und somit wirkungsvoller. Auf jeden Fall wirkt das sicher besser als Unterschriften, die aus dem Laser-Drucker kommen.

Vielleicht ist es auch einfach eine Frage der Haltung den Gästen gegenüber. Dazu gehört auch die Frankatur: Jeder Brief hat ein «Oltner-Kabarett-Tage-Wertzeichen».

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Der letzte Schritt ist das Verpacken der Einladungen. Hier legen wir das bei, das wir schon haben und das wir schon veröffentlichen können. Zum Zeitpunkt der Einladung ist das Programm und insbesondere auch der/die Preisträger noch nicht bekannt. Wir können den Gästen also z. B. noch kein Programmheft senden. Das machen wir in einem zweiten Schritt. Da erhalten alle Personen, die auf die Einladung reagieren (ob An- oder Abmeldung), einen zweiten, persönlichen Brief. Und da dies jeweils nach der Mitgliederversammlung ist, können wir zur umfassenden Information unser Programmheft beilegen.
Wir glauben, dass sich dieser Aufwand lohnt. So erfahren viele Leute in der Schweiz, in Deutschland und Österreich von unserem Festival. Und damit sind wir dort, wo wir am Anfang dieses Beitrages gestartet sind.


 

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«Generation Y» gewinnt zweite Vorrunde

Autor : Franziska Monnerat – Sa, 14.04.2018

Am Casting-Abend Ende März nahm Piet Heusser Abschied von seiner Jugend. Ihm winkt nun als zweiter Finalist ein Förderpreis in der Höhe von 10'000 Franken.

Das Leben als 22-Jähriger habe seine Tücken, stellte Piet Heusser fest. In seinem Programm «Vom Ende des Zaubers» machte er sich Gedanken über seine Generation und über seine Jugend. Wird man erwachsen, verändert sich alles. Globi wohnt nicht mehr im Iglu, sondern in der Agglo. Über Briefpost freut man sich nicht mehr, sondern fürchtet sie. Dramaturgisch gekonnt und sprachlich eloquent sinnierte der Winterthurer darüber, wie es wäre, wenn man nochmals von vorne anfangen könnte. Am Ursprung sozusagen, bei der Entstehung des menschlichen Lebens, begann der Text, den Heusser nach der Pause auf Hochdeutsch vortrug. Einem Tagesablauf folgend, von der Geburt in der Morgendämmerung bis zum Tod bei Einbruch der Nacht, schritt er durch die Lebensjahre. Dabei überraschte er immer wieder mit unterwarteten Wendungen und pechschwarzem Humor. Mit seinem satirischen Aufritt sicherte sich Heusser den Einzug ins Finale des 7. Oltner Kabarett-Castings Ende Mai.

Vor ein paar Jahren von Berlin in die Schweiz – oder wie sie scherzhaft präzisierte «fast, nach St. Gallen» zu ihrem Appenzeller Ehemann – zog Lillemor Kausch. Auf der Bühne des Schwager Theaters erzählte Kausch Geschichten aus ihrem Leben, pointiert präsentiert in bester Spoken Word-Manier. Temporeich schilderte die 30-jährige gebürtige Berlinerin etwa, was sie an einem Heiligabend in der Notaufnahme eines Krankenhauses erlebte. Dort empfing sie als Medizinstudentin Patienten mit Platzwunden (wegen «Glühwein und Glatteis»), zu viel Promille («3,1 Promille-Schnalle» stellt neuen Rekord auf) und anderen Problemen (Tochter hat «Besuch von Tante Rosa aus Unterleipzig» und muss aufgeklärt werden). Mit starken Stories, skurriler Situationskomik und überzeugender Performance gelang es Kausch, sich für den Abendfinal zu qualifizieren.

Neben Wort auch auf Musik setzte die zweite weibliche Teilnehmerin des Abends, Klara Winter. Die 54-jährige Baslerin betonte zu Beginn, dass sie als «Neu-, Nachwuchs-, sozusagen Jung-Kabarettistin» auftrete, nicht als Lehrerin. Als solche könne sie sich keine Blösse geben. Besserwisserisch zu sein, sei schliesslich eine Berufskrankheit. Als Kabarettistin jedoch suche sie nach Antworten – beispielsweise auf die Frage, was Kabarett überhaupt sei. Winter setzte sich ans Klavier und stimmte ein Lied an, in dem sie sich einer Definition der Kultursparte aus eigener Perspektive annäherte. Neben Selbstironie bewies Winter musikalisches Talent und Sinn für gesellschaftliche Themen, die es kritisch zu hinterfragen gilt. Als Abschluss ihrer Darbietung ehrte sie Google in einem Gebet als «allumfassende Quelle der Wahrheit» mit gefalteten Händen und demütig nach oben gerichtetem Blick.

Das Augenmerk auf kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten legte Jochen Schaible, der vierte Kandidat des Abends. Aufgewachsen in der Nähe von Nürnberg, lebt er seit rund zehn Jahren in der Schweiz. In seinem Programm «Schweizer Franken» verglich der 42-Jährige seine alte und neue Heimat. Beide Orte seien als «Hot Spots der Ausgelassenheit» bekannt und die Männer würden als «Meister beim Flirten» gelten, so Schaible augenzwinkernd. Mit bildhaften Beispielen veranschaulichte er die «nach innen gerichtete Lebensfreude» von Franken und Schweizern. Die Lacher hatte Schaible besonders dann auf seiner Seite, wenn er absurde Alltagssituationen schilderte, in denen ihm als Deutscher der Dialekt zum Verhängnis wurde. Er berichtete beispielsweise davon, wie er in einer Bäckerei vermeintlich akzentfrei «Bröteli» bestellte und so die Verkäuferinnen zum «giigele» brachte oder wie er die im Migros-Clubschule-Kurs «Schweizerdeutsch konkret» erlangten Kenntnisse beim nächsten Grenzübertritt hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit überprüfte.

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Fotos: Dieter Graf