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Festival 2019 – ein Amuse-Bouche

Autor : Claude Schoch – Sa, 02.02.2019

Niemand hat Franz-Josef Strauss so gut parodiert. Nicht nur dafür, sondern auch für sein pointiertes, vielseitiges Kabarett ist Helmut Schleich bereits vielfach ausgezeichnet worden. Nun ist er auch noch nominiert für den Sky of Fame in den Stachus-Passagen in München.

Und das Gute: Helmut Schleich wird im Festival 2019 in Olten auftreten – genauer am Samstag, 18. Mai!

 

 

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Festival 2019 – ein Amuse-Bouche

Autor : Claude Schoch – So, 27.01.2019

 

 

Christian Weiss, Daniel Schaub und Roman Riklin sind als Heinz de Specht schon seit vielen Jahren unterwegs. Sie gelten als «beliebteste Senioren-Boygroup». Leider haben sie sich auf Abschiedstour gemacht. Das ist sehr schade. 

Aber das Gute daran: Sie machen auch Halt am Festival 2019 in Olten – genauer am Montag, 20. Mai 2019.

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Einer von drei Finalisten steht fest

Autor : Andreas Stettler – Mi, 16.01.2019

Die ersten vier Nachwuchs-Kabarettisten haben die Latte schon mal hoch gelegt. Eddie Ramirez, HOSH, Isabelle Anne Küng und Sven Garrecht schenkten sich nichts, als sie in dieser Reihenfolge je 10 Minuten Zeit hatten, sich in die Herzen von Jury und Publikum zu reden, zu singen und zu spielen. In den «kleinen Final» an diesem Abend schafften es Küng und Garrecht, der schliesslich zum Sieger dieser ersten Vorrunde und somit zum Finalteilnehmer (Dienstag, 21. Mai) gekürt wurde. Mit seiner bereits routiniert wirkenden Klavier-und-Gesang-Performance hatte er das gut gefüllte Schwager Theater rasch auf seiner Seite.

 

Sven Garrecht und Isabelle Anne Küng

Der Deutsche hat gezeigt, dass er mit seinem musikalischen Können und seinem spielerisch-präzisen Umgang mit der Sprache das Zeugs für eine kabarettistische Karriere hat. Seine Bewunderung für den Po der Po-Litesse, seine schonungslose Analyse von Ü-60ern und ihren Avancen gegenüber U-30ern sowie das Abschiedslied an seine Haare waren herrlich unterhaltend.

Isabelle Anne Küng schlüpfte in die Rolle des grossen Shakespeare, der aus verschiedenen Gründen den Drang hatte, nochmals zurückzukommen. «Er» verglich Sprachgebrauch, Romantik und Sex von damals und heute, wobei er zum Schluss kam, dass die Sitten sicher nicht besser geworden sind. Vor allem gab er seinem Bedauern Ausdruck, dass wir in der Gegenwart in allen Lebensbereichen mit so viel Doppelmoral zu kämpfen haben.

 

HOSH und Eddie Ramirez

HOSH schilderte in erfrischend langsamem Bärndütsch seinen Versuch, die abendländische Kultur zu retten, allen voran den Humor. In seinem Fall ist dieser zeitweise so schwarz, das die Lacher ebenfalls etwas länger brauchen. Das ist kein Mangel. Als 1.-August-Redner in einem «Reservat» für «Ureinwohner» im Berner Hinterland hatte er mit Themen wie dem Flüchtlingsstrom und Schwarzgeld keinen leichten Stand.

 

 Sieger Sven Garrecht und Moderator Jan Ruthishauser

Eddie Ramirez schliesslich, der Mann mit der Eddie-tude, erzählte auf sympathisch-witzige Weise und mit wortgewandter Selbstironie von seinen täglichen Erlebnissen als Rollstuhlfahrer. Jetzt wissen wir, dass seine Begleiter nicht immer Betreuer, sondern auch seine Freunde sein können; und dass nicht jede Rollstuhlfahrerin immer gleich seine Freundin werden kann.

Die nächste Ladung junges Kabarett, das hinterfragen, provozieren, frech sein und unterhalten wird: Dienstag, 19. Februar, im Schwager Theater.

Weitere Bilder in der Galerie.

Bilder: Dieter Graf

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Die Jungen sind (wieder) los

Autor : Andreas Stettler – Mo, 07.01.2019

Die Suche nach den besten Nachwuchs-Kabarettistinnen und -Kabarettisten erlebt bereits die 8. Auflage. An drei Abenden im Januar, Februar und März wird das Schwager Theater zur Casting-Bühne, auf der sich jeweils vier – also insgesamt 12 – ausgewählte Jungtalente messen. Jedes Mal wird der Gewinner beziehungsweise die Gewinnerin erkoren. Diese drei Besten der Vorrunde treten am 21. Mai im Final gegeneinander an. Den Anfang machen am 15. Januar um 20 Uhr Sven Garrecht, Isabelle Anne Küng, Eddie Ramirez und HOSH.

Sven Garrecht hat begriffen, dass, wenn die Welt wirklich jeden Tag schlechter wird, gestern zwar alles noch nicht ganz so schlimm war wie heute, aber dann immerhin heute noch besser als morgen. Isabelle Anne Küng schlüpft in die Rolle des grossen Shakespeare, der aus verschiedenen Gründen den Drang hat, nochmals zurückzukommen. Zwei Welten treffen frontal aufeinander. Eddie Ramirez unterscheidet sich von den meisten andern Kabarettisten schon durch seine Art der Fortbewegung: Der Zürcher erzählt mit wortgewandtem Charme und Selbstironie von seinen alltäglichen Erlebnissen als Rollstuhlfahrer. HOSH schliesslich wird aus unerfindlichen Gründen als Redner zu einer 1.-August-Feier eingeladen, deren Veranstalter das christliche Abendland – und er den Humor – retten wollen.

Ein vielversprechende Ladung Kabarett, die hinterfragen, provozieren, frech sein und unterhalten wird. Dienstag, 15. Januar, 20 Uhr, Schwager Theater.
Weitere Infos und (noch die letzten) Tickets online.

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Bildergalerie 2018

Autor : Edy Müller – So, 26.08.2018

Während unserem Festival sind nicht nur die Künstler auf der Bühne aktiv.

Nebst vielen Helfern vor und hinter der Bühne wuseln auch immer wieder Fotografen durchs Dunkel der Theater und dokumentieren das Geschehen auf den Brettern, die die Kabarett-Welt bedeuten.

Eine Auswahl der Bilder der 2018-er-Ausgabe unserer Fotografen Dieter Graf und Remo Fröhlicher finden Sie auf der Galerie-Seite «31. Oltner Kabarett-Tage 2018»

Viel Vergnügen beim Betrachten!

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Presseschau Online

So, 03.06.2018

 

Aus Sprungfeder wird Wunschfeder: Hier wünscht das Publikum den Künstler
Schweiz am Sonntag – 1.6.2018
Jakob Heymann, Peter Fischer und Lisa Eckhardt gestalteten am Kabarett-Festival die Premiere des neuen Formats in der Schützi. Wer von ihnen an den nächsten Kabaretttagen in voller Länge auftreten wird, kommt erst noch aus.

Christoph Simon: Vom Casting-Sieg zum Salzburger Stier
SRF 1: 10vor10 – 31.5.2018
Der Startschuss: Es ist Dienstag, 14. Mai 2014, 22:30 Uhr, Schwager Theater in Olten. Dieser Moment wird das Leben von Christoph Simon verändern – nachhaltig. Er steht auf der Bühne, scheint schüchtern und unsicher.

Sie können es nicht lassen: Selbst in der Pause spielen sie weiter
Zofinger Tagblatt – 31.5.2018
Das Duo Giacobbo/Müller lässt im Stadttheater Olten mit ihrem Bühnenprogramm Comedy-Urstände hochleben. Nach jahrelanger TV-Präsenz touren die beiden mit ihrem Programm durch die Deutschschweiz.

Lisa Christ wird mit dem Förderpreis ausgezeichnet
Oltner Tagblatt – 29.5.2018
Auch in diesem Jahr wurde ein Förderpreis in der Höhe von 10000 Franken an eine Kabarett-Nachwuchshoffnung vergeben.

Ein «gefällt mir» für Turmredner Peter Gomm

Oltner Tagblatt – 26.5.2018
Der Alt-Regierungsrat Peter Gomm hielt in diesem Jahr die Turmrede an der Oltner Kabarett-Tage. Auf dem Ildefonsturm hielt er, passend zu den Kabarett-Tage, eine Rede mit Ironie und Satire. Die Rede in voller Länge.

Peter Gomm als «Turmredner» – ob er politisch wieder einsteigen will, lässt er offen
Oltner Tagblatt – 26.5.2018

Der Ex-Regierungsrat Peter Gomm hält an seinem 59. Geburtstag die Turmrede an den Oltner Kabarett-Tagen. Ob er politisch wieder einsteige, wolle er nicht ausschliessen. Derzeit befindet sich der Sozialdemokrat in «Wettkampfpause».

«Oltner sind mehr lustvoll als lustig»
SRF Regionaljournal AG/SO - 25.5.2018
Olten – viele kennen nur den Bahnhof der Stadt. Rundherum hohe Wohnblöcke. Besonders einladend wirkt die Stadt auf den ersten Blick nicht. Der berühmteste Ort der Stadt ist das Bahnhofsbuffet. Genau dort treffen wir auch Rhaban Straumann des Duos Strohmann-Kauz und die Poetry Slammerin Lisa Christ. Beide treten an den Kabaretttagen auf und beide wohnen in Olten.

Kabarettpreise für Schertenleib und Jegerlehner
SRF 1: Tagesschau – 24.5.2018

«Melancholie und Rebellion» — damit sichern sich Schertenlaib & Jegerlehner ihren Erfolg
Oltner Tagblatt – 24.5.2018
Der Schweizer Kabarett-Preis Cornichon wurde am Mittwoch an das Duo Schertenlaib & Jegerlehner übergeben.

Oltner Kabarett-Tage: Die Österreicherin Lisa Eckhart gilt als eines der grössten satirischen Talente der letzten Jahre.
SRF 2 Kultur: Kultur Kompakt – 24.5.2018 – Start 17:15

Schertenlaib & Jegerlehner sind lustig, ohne Pointen-Stress zu verbreiten
Oltner Tagblatt – 24.5.2018
Wie jedes Jahr sind im Frühsommer die Kabarett-Tage in Olten. Impressionen eines berührenden Kabarett-Abends mit den Cornichon-Preisträgern Schertenlaib & Jegerlehner im Stadttheater Olten.

«Wir haben noch Luft nach unten»
Der Bund – 23.5.2018
Das Thuner Duo Schertenleib & Jegerlehner erhält heute den Schweizer Prix Cornichon 2018. Auf den Lorbeeren ausruhen wollen sie keinesfalls.

Lorenz Keiser: «Natürlich sind Kabarett-Preise wichtig»
Schweiz am Wochenende – 22.5.2018
Heuer ist er in Olten an den Kabarett-Tagen aktiver Gast: Lorenz Keiser, ein Doyen der Szene.

Jegerlehner: «Jetzt freue ich mich auf Cornichon im Sandwich»
Regionaljournal Bern Freiburg Wallis – 13.03.2018

 

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Bilder der 31. Oltner Kabarett-Tage [3]

Autor : Fotos von Dieter Graf und Remo Fröhlicher – So, 03.06.2018

HG Butzko: «Menschliche Intelligenz»


 

Tina Teubner & Ben Süverkrüp: «Wenn du mich verlässt, komme ich mit»

 

 

Wunschfeder mit Jakob Heymann, Peter Fischer und Lisa Eckhart

 

 


 

 

 

Kabarett-Cocktail mit Flurin Caviezel, Lisa Eckhart & Sven Kemmler und Katie Freudenschuss

 

 


 


 

Philipp Galizia: «Herr Kater»

 

 

Florian Schroeder: «Ausnahmezustand»

 

 

Sebastian Pufpaff: «Auf Anfang»

 

 

Irmgard Knef: «Ein Lied kann eine Krücke sein»

 

 

Matthias Deutschmann: «Wie sagen wir es dem Volk?»


 

 

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Oltnerin gewinnt Kabarett-Casting

Autor : Franziska Monnerat – Do, 31.05.2018

Lisa Christ setzte sich im Finale gegen ihre beiden männlichen Konkurrenten durch und gewinnt den Förderpreis in der Höhe von 10'000 Franken.

«Erinnern Sie sich noch an Ihren 16. Geburtstag?», fragte Lisa Christ das Publikum am Anfang ihres Auftritts. Danach begann sie darüber zu sinnieren, was sich seither verändert hat. Anstatt literweise Wodka runterzuschütten, nippe sie den ganzen Abend an einem Glas Weisswein. Anstatt die ganze Nacht zu tanzen, suche sie sich im Club einen Stuhl mit Lehne. Mit Bedauern stellte die 27-Jährige fest, dass ihre Götter Faulheit, Feiern und Fett auch im Freundeskreis an Bedeutung verlieren. Während die einen dem Fitness- und Gesundheitswahn verfallen, gründen die anderen eine Familie. Ihre Erkenntnisse teilte Christ, die seit über zehn Jahren an Poetry Slams teilnimmt und vor kurzem ihr erstes Buch veröffentlicht hat, in rasend schnellem Tempo.

Gemächlicher ging es bei den Auftritten der anderen beiden Finalisten zu und her. Piet Heusser, der im Jungen Theater Winterthur Bühnenerfahrung gesammelt hat, verlas an einem Tisch sitzend den «Bericht aus dem Lande», eine bitterbösen Abrechnung mit Schweizer Eigenheiten vom Berner Sennenhund über den Tunnelbau bis zu Helikoptereltern.

Der Schauspieler Philipp Langenegger machte seine Herkunft zum Programm. In breitem Dialekt berichtete er vom Landleben nahe dem Säntis, dem «Matterhorn des Appenzellerlands». Er schilderte Situationen, wie sie sich im Dorf abspielen und stellte unter Einbezug des Publikums skurrile Szenen nach, wie sie ihm im Stall begegneten. So berichtete er beispielsweise davon, wie sich seine schönste Kuh Soraya mit den Hörern in der Heuraufe verfing, weil ein Nacktwanderer sie erschreckt hatte.

Durch den Finalabend im ausverkauften Schwager Theater führte wie bereits bei den drei Vorrunden Lisa Catena, die Siegerin des 1. Oltner Kabarett-Castings. Die erfolgreiche Satirikerin tourt zur Zeit mit ihrem Programm «Nume nid gsprängt!» durch die Schweiz.

 

 

Philipp Langenegger und Piet Heusser

 

 

Lisa Christ und die Moderatorin Lisa Catena

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Bilder der 31. Oltner Kabarett-Tage [2]

Autor : Fotos von Dieter Graf und Remo Fröhlicher – Do, 31.05.2018

7. Oltner Kabarett-Casting

 

Philipp Langenegger und Piet Heusser

 

Lisa Christ und Moderatorin Lisa Catena

 

DIe Siegerin Lisa Christ 

Giacobbo-Müller: «In Therapie»

 

 

 

Joachim Rittmeyer und Patrick Frey: «Nachtabsenkung»

 

 

Hazel Brugger und Gabriel Vetter


 

 

 

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Bilder der 31. Oltner Kabarett-Tage [1]

Autor : Fotos von Dieter Graf und Remo Fröhlicher – Mo, 28.05.2018

Schertenlaib & Jegerlehner – Verleihung des Schweizer Kabarett-Preises «Cornichon»

 


 

Paul Klain (Startprogramm Special-Guest-Abend)

 

Renato Kaiser: «Renato Kaiser in der Kommentarspalte»

 


Lorenz Keiser: «Matterhorn Mojito»

 

Christoph Simon: «Zweite Chance»

 

 

Tilman Birr: «Tilman Birr – … alles andere später»


 

Severin Gröbner: «Abendgang im Unterland»


 

Peter Gomm: Turmrede 

 

Andreas Rebers: «Amen»

 

 

Strohmann-Kauz: «ghoue & gstoche»

 

 

Till Reiners: «Auktion Mensch 2018»

 

 

Bernd Kohlhepp: «Mit dem Faust aufs Auge»

 

 

Reto Zeller und Fabian Lau: «Liederlich Rat Pack»

 

 

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Turmrede 2018

Autor : Oltner Kabarett-Tage – Sa, 26.05.2018


Heute hielt der frisch gebackene Alt-Regierungsrat Peter Gomm die traditionelle Turmrede.

Falls Sie die Rede bei wunderbarem Sommerwetter verpasst haben, können Sie sie hier nachlesen.


Auch wenn es privat sein könnte


Geschätztes Volk

Ich danke den Verantwortlichen der Gesellschaft Oltner Kabaretttage von Herzen, dass sie es mir ermöglicht haben, einmal wie die Queen vom Balkon des Buckingham Palace zu winken, oder gar wie der Papst von seiner Loggia über dem Petersplatz Benediktion zu erteilen. Diese Ehre wurde mir in meiner zwölfjährigen Tätigkeit als Regierungsrat des Kantons Solothurn nie zuteil. Für einen Politiker muss das doch purer Genuss sein.

Auf dem republikanischen Pflaster von Olten ist Bodenhaftung allerdings die viel bessere Wahl. Selbst Könige begnügen sich hier mit schlichten Denkmälern. Wenn es solche überhaupt gibt, dann sind es allerhöchstens gemeine Hauskatzen, bei denen auch schon mal das Krönchen auf dem Haupt eine Provokation darstellen kann.

Ich bin froh, dass dieser Turm noch steht. Kürzlich hat ja die „Alte Brücke“ gebrannt. Der Brand hätte leicht auf die Altstadt übergreifen können. Die Beschädigungen waren tiefgreifend. Was in den Meldungen der Polizei nicht zu lesen war, ist, dass diese offenbar sicher ist, dass es dieses Mal nicht die Berner waren, die 1798 die Brücke in Brand gesetzt hatten, um den Vormarsch der Revolutionstruppen aus Frankreich zu stoppen. Darüber ist der Stadtrat vermutlich erleichtert. Er hätte sonst wohl einen weiteren Vorstoss behandeln müssen, der nun 220 Jahre nach dem ersten Brand Reparationszahlungen durch die Stadt Bern verlangt. Gerüchteweise gab es Leute, die hingegen einen Nachahmungstäter des Brandstifters in der St. Ursenkathedrale in Solothurn in Betracht zogen. Dieser hatte damals den Altar angezündet. Dass darauf hin auch noch der Bischof vor den Flammen nach Rom flüchtete, dafür konnte er nichts. Mittlerweile weiss man, dass hier in Olten eine weggeworfene Zigarette am Brückenbrand schuld war. Es kam aber alles gut. In Solothurn, Rom und Olten. Der Solothurner Brandstifter hat seine Strafe verbüsst, die Kathedrale erstrahlt in neuem Glanz, der Bischof wurde Kardinal, - und, die Renovation der alten Brücke ist zwar noch nicht fertig, es hat aber bereits neue Aschenbecher. Die wurden vermutlich mit dem Geld bezahlt, welches das Oltner Parlament bei der Renovation der christkatholischen Stadtkirche eingespart hatte.

Trotz der schönen Aussicht von hier oben ist nicht alles nur aufregend, was man sieht. So sind beispielsweise Sturmfrisuren , allerlei Köpfe mit schütterem Haarwuchs und vereinzelt auch ganze Lichtungen einsehbar, die sich mit dem Redner solidarisch zeigen. - Noch vor kurzer Zeit hätte ich mich nicht getraut, dies zu sagen. Es ist ein grosses Verdienst von Donald Trump, wenn nicht das Grösste seiner bisherigen Präsidentschaft, dass man heute Männerfrisuren erwähnen darf, ohne sich dem Vorwurf auszusetzen, politisch unkorrekt zu sein.

Man sieht von hier auch Dinge, die im täglichen Umgang miteinander und auf Augenhöhe meistens nicht besonders auffallen. Man kann beispielsweise in Wohnungen sehen. Und, je höher man auf dem Turm ist, desto mehr Einblick hat man. Ein Einblick, der manchmal gewöhnungsbedürftig ist. Man bekommt vielleicht zufällig Privates mit, von dem man denkt, dass man es eigentlich gar nicht wissen will.

Das soll künftig nicht mehr stören. Versicherungen sollen nach dem Willen des Bundesparlamentes die Erlaubnis erhalten, Garten, Balkon, Wohn- und gar Schlafzimmer zu observieren, solange diese von einem öffentlichen Ort her einsehbar sind. Versicherungsdetektive können dann jeden Tag sehen, was ich von hier oben sehe. Sogar zuhören dürfen sie. - Die wollen das tatsächlich auch. - Man könnte sich vorstellen, dass es zum Beispiel von grossem öffentlichen Interesse ist, ob der oder die zu Beobachtende es trotz ärztlich bezeugter Arbeitsunfähigkeit wegen Rückenschmerzen geschafft hat, sich gestern Abend nach üppigem Nachtessen und Koordinationsproblemen aufgrund ausschweifenden Weingenusses die Beine zu rasieren.

Häufig ist das Argument zu hören, wer nichts zu verbergen habe, der oder die bekomme damit auch keine Probleme. Wer sich einem allfällig verbleibenden Restrisiko nicht aussetzen will, müsste sich deshalb überlegen, Vorhänge zu kaufen. Am besten eignen sich Verdunkelungsvorhänge, die nicht besonders auffallen. Sie müssen deswegen nicht Angst haben, dass die Polizei Sie wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet. Die hat mit Paparazzi nichts am Hut. - Die Vorhänge sollten hingegen nicht allzu viel kosten. Es könnte sonst der Eindruck entstehen, der Vorlage komme tatsächlich eine gewisse volkswirtschaftliche Bedeutung zu, weil sie, so dürfte es dann im Bundesbüchlein zu einer allfälligen Volksabstimmung zu lesen sein, auch dem Lädelisterben von Vorhangateliers entgegenwirken soll.

Zur Überwachung können auch Drohnen eingesetzt werden. – Nicht, dass diese jetzt stören würden. Die meisten Menschen lieben Drohnen. Vor allem, wenn sie an einem lauschigen Sonntag im Garten das heimatliche „Gesummse“ der Bienen verstärken und so das natürliche Gefühl vermitteln, sie würden in luftiger Höhe mithelfen, Obstbäume zu befruchten. - An warmen Frühlings- oder heissen Sommertagen muss dann auch niemand extra seinen Selfiestick hervorkramen, um sich in der Badehose oder im Bikini zu fotografieren. Wer Glück hat bekommt ein Luftbild, das mit einem knackigen Kommentar direkt auf Instagram gepostet, oder, wenn Sie schon etwas älter sind, wie ich es bin, in der Glückspost, dem goldenen Blatt oder der Schweizer Illustrierten veröffentlicht wird. –

Umso mehr ist es zu bedauern, wenn sich Drohnen in Ästen verfangen oder sich beim Runterfallen gar die Flügel brechen. Darum sollte es etwa Drohnenführerkurse mit Bewilligungspflicht geben. Auch registrieren sollte man sie. Damit man sie wiederfindet und nach einem Absturz wiederbeleben kann. Man könnte sich sogar eine Drohnennotfallgruppe überlegen, oder die Feuerwehr dafür ausbilden.

Drohnen kämpfen auch darum, in der Gesellschaft weiterhin mit dem Recht auf freien Flug anerkannt zu bleiben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass diesem wertvollen Anliegen mit der Gründung einer Drohnenpartei Rechnung getragen werden könnte. So würde auch die Vielfalt der politischen Meinungsäusserung und damit der Meinungsbildungsprozess gefördert. Es wäre sogar möglich, dass damit einer der Grundsteine für eine gesamtschweizerisch grösste Partei gelegt werden könnte.

Eine solche Partei träfe auf eine beinahe historisch-europäische Freude an neuen Bewegungen. Es müsste ja nicht gleich so sein, wie bei unserem östlichen Nachbarn, wo die Österreichische Volkspartei kurzerhand in „Liste Kurz“ umgetauft wurde. „Liste Gössi“, „Levrat“, „Pfister“ oder „Ritz“ beispielsweise, vermöchten, zumindest auf den ersten Blick, „marketingmässig“ nicht gleich alle von den Sitzen zu reissen. Anders könnte es mit „Liste Rösti“ sein. Da scheint durchaus Potenzial vorhanden, dass der Name den Wähler und die Wählerin einprägsam auf ein einheimisches Gericht und damit auf die nationale Verbundenheit der betreffenden Partei hinweist. Das, obwohl die Kartoffel ja ursprünglich aus Südamerika zugewandert ist.

Zugewandert ist auch die Europäische Menschenrechtskonvention. Die hat das Parlament zwar ratifiziert, aber man wusste damals ja nicht, dass deren Unterzeichnung nicht nur deklaratorische Wirkung hat, sondern von den einheimischen Gerichten auf allen Stufen tatsächlich angewendet wird. Darum gibt es nach der Masseneinwanderungsinitiative jetzt auch die Selbstbestimmungsinitiative. Damit die Schweizerinnen und Schweizer selbst darüber bestimmen können, was Menschenrechte sind. Es wäre ja nicht so, dass diese danach nicht mehr gelten würden. Aber ein bisschen diversifizieren müsste man schon. Zwischen Menschen und Menschen.

Mit Diversifikation kämpfen zur Zeit vor allem traditionelle Parteien. Nicht nur „ennet dem grossen Teich“. Sie haben seit langem mit Programmen angeschrieben, was drin ist. Einige meinen aber, einfach nicht rasch genug zu wachsen. Darum gibt es Bestrebungen, genauer herausfinden, welches die Wählergewohnheiten oder –wünsche sind und wie sie sich entwickeln.

Das tun sie auf unterschiedliche Art und Weise. Viele Politikerinnen und Politiker machen das nach wie vor ganz traditionell. Sie reisen beispielsweise mit dem Zug, wenn sie zur Arbeit oder an Sitzungen fahren. So kommt man mitten unter die Leute. Besonders empfehlenswert ist das, wenn man an einem Eisenbahnknotenpunkt wohnt, wo viele Leute aus- und zusteigen und die Züge darum voll sind. Um mit dem „Vis-à-vis“ ins Gespräch zu kommen, kann man ihm oder ihr ein „WhatsApp“ schicken, damit sichergestellt ist, dass diese oder dieser merkt, dass noch jemand anders im Abteil sitzt. Sprechen ist dann nicht nötig und niemand muss seine Kopfhörer entfernen. Es reicht, wenn jede und jeder aufs sein Smartphone schaut, um Interessantes sofort zu beantworten. Man stört dann auch niemanden anders, der keine Kopfhörer trägt. Im schlimmsten Fall kann man dem Gegenüber eine Sprachnachricht für später schicken. Die kann nach dem Aussteigen angehört und beantwortet werden. Das kann jede und jeder machen, wie er oder sie will. Wenn man will. Das ermöglicht eine individuelle Gesprächsführung, ist zudem rücksichtsvoll und trotzdem volksnah.

Auch Umfragen sind eine gängige Methode. Die sind aber nicht immer zuverlässig. Mittlerweile gibt es andere tolle Möglichkeiten, inhaltlich genauer auf die Wählerinnen und Wähler zuzugehen. Man kann bei Facebook oder zugewandten Firmen Auswertungen über Wählerinnen- und Wählergewohnheiten bestellen. Das erleichtert es, die Programme flexibel anzupassen und die richtigen Spitzenkandidatinnen und -kandidaten zu finden, die dem Wählergeschmack entsprechen. - Es ist zwar wichtig für jeden Politiker und jede Politikerin, dass man sofort eine Meinung hat und diese kundtut, auch wenn man noch nichts Genaues weiss. Über Twitter beispielsweise, damit gleich auch alle Journalistinnen und Journalisten auf einen zugehen können. Mit regelmässiger Inszenierung kann man seine Bekanntheit natürlich verbessern. Besser wäre es aber schon, zu wissen, welche Meinung der Wähler- oder die Wählerin in diesem Moment genau von einem erwartet. Das sollte man auch wissen, um Fehlinvestititonen zu vermeiden. Einer hat zum Beispiel in Basel eine grosse Zeitung gekauft, aber vorher nicht damit gerechnet, dass die Leute etwas anderes lesen wollen, als er schreiben liess. Das ist ihn teuer zu stehen gekommen.

Abhilfe schaffen könnte man diesem Problem, indem man die Wählerinnen und die Wähler mit „GPS-Trackern“ versieht. Damit man ihre täglichen Gewohnheiten „live“ über ein Webportal anschauen, sichern und besser auf sie eingehen kann. Möglicherweise übernimmt diese Bürde eine private Gesellschaft gegen Bezahlung. Aber das müsste politisch wohl noch diskutiert werden. Darum ist es auch verständlich, dass man in einem ersten Schritt, - um Erfahrungen zu sammeln, - mithilfe privater Firmen - zuerst nun versuchsweise das Verhalten einer kleineren Gruppe, nämlich der Bezügerinnen und Bezüger von Sozialversicherungsleistungen, mit solchen „GPS-Trackern“ beobacht, um Missbräuche aufzudecken.

Sie können aber auch schon selbst bürgerinnen- und bürgernah ein bisschen üben, was dabei rauskommen kann. Mit ihrem Smartphone und der App „Freunde finden“. Bei gegenseitiger Freigabe in der Familie oder unter Freunden, und unter Einschaltung der Ortungsdienste, können sie sehen, wo diese gerade sind. Im Laufsport beispielsweise, gibt es das schon länger. Man sieht dann, wo sich die Läuferin oder der Läufer auf der Laufstrecke befindet. Manchmal beobachtet man auch, dass der eine oder die andere mit der Zeit, die er oder sie laufen will, etwas angegeben hat. Falls die Verwendung der App auch innerhalb von Familien und Freunden komplikationslos bliebe und man niemanden dort vorfindet, wo er oder sie nicht sein sollte, - was nicht von vorneherein auszuschliessen ist, - können sie ihre Erfahrungen an die geeignete Stelle weitermelden.

Sollte die Auswertung der Erfahrungen mit den Beobachtungsmöglichkeiten auch sonst positiv sein, kann man alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einbeziehen. Weil man die Datenschutzeinstellungen in Smartphones und Computern neu so machen kann, dass viel weniger sichtbar ist, als es Einigen lieb ist, wird schon jetzt über über künftige Möglichkeiten nachgedacht. Am wenigsten Umstände machen würde die Implantierung eines Chips, der aufzeichnet und bei Bedarf einfach aktiviert werden kann. Um zukünftig Missbräuche der Wählerinnen und Wähler zu verhindern. Nämlich, dass sie sich in aller Freiheit und ohne sich rechtfertigen zu müssen, selbst eine Meinung bilden, falsch abstimmen oder gar falsch wählen. Auch wenn das privat sein könnte.

Erschrecken Sie jetzt nicht und löschen Sie auf keinen Fall gleich Ihre Facebook- und Twitter-Profile, und schon gar nicht den Instagram-Account, wenn Sie nach Hause gehen. Ich mache das auch nicht. Das wäre schade, - jedenfalls für die meisten. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden Sie auch diese Rede bald online auf Facebook, Twitter und vielleicht sogar Bilder auf Instagram sehen. Klicken Sie dort auf „gefällt mir“ oder kommentieren Sie, dass es Ihnen nicht gefallen hat, - wenn es unbedingt sein muss. Ein paar „Cookies“ auf den Medienkanälen müssen Sie vielleicht in Kauf nehmen. Die Verantwortlichen der Kabaretttage aber haben versichert, dass sie selbst über ihre Webauftritte keine Daten sammeln. Ihr Programm sei auch so toll. Das kann ich natürlich bestätigen. Gut, - vielleicht mit Ausnahme des Turmredners in diesem Jahr.

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Programmheft Teil 2: Der Versand

Autor : Claude Schoch – Do, 17.05.2018

Die Programmhefte kommen aus der Druckerei in die Geschäftsstelle. Es ist immer ein schöner Moment, wenn wir «unser» Programmheft zum ersten Mal in den Händen halten können. Aber damit ist es natürlich nicht getan. Nun beginnt ein weiterer, sehr aufwendiger Prozess: das Versenden der Hefte. Und da hat unsere Geschäftsstelle immer ganz tolle Hilfe. Die Bilder zeigen, dass es sich hier nicht um ein paar wenige Heftchen handelt, sondern um einen grossen Stapel.

 

Eine zentrale Person in diesem Prozess – nicht nur beim Versand – ist Martin Planzer. Als Leiter Kommunikation ist er von A–Z verantwortlich für das Programmheft. Die Arbeit beginnt im Herbst und endet schliesslich mit diesem befriedigenden Moment der Lieferung in die Geschäftsstelle. 

Die beiden Helferinnen in diesem Jahr sind Fiona und Catalina Lehmann. Sie arbeiten sich durch Adresslisten, Couverts und natürlich Kisten mit Programmheften durch.

Wie bei vielem anderen auch, ist eine gute Vorbereitung Voraussetzung für gute Arbeit. In der Küche würde man dem ein gutes «mise en place» sagen. Hier wird alles, was es für den Versand braucht, sauber und strukturiert bereitgelegt.

 

Und irgendwann ist dann alles bereit für den letzten Schritt – den Weg zur Leserin, zum Leser.