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«Generation Y» gewinnt zweite Vorrunde

Autor : Franziska Monnerat – Sa, 14.04.2018

Am Casting-Abend Ende März nahm Piet Heusser Abschied von seiner Jugend. Ihm winkt nun als zweiter Finalist ein Förderpreis in der Höhe von 10'000 Franken.

Das Leben als 22-Jähriger habe seine Tücken, stellte Piet Heusser fest. In seinem Programm «Vom Ende des Zaubers» machte er sich Gedanken über seine Generation und über seine Jugend. Wird man erwachsen, verändert sich alles. Globi wohnt nicht mehr im Iglu, sondern in der Agglo. Über Briefpost freut man sich nicht mehr, sondern fürchtet sie. Dramaturgisch gekonnt und sprachlich eloquent sinnierte der Winterthurer darüber, wie es wäre, wenn man nochmals von vorne anfangen könnte. Am Ursprung sozusagen, bei der Entstehung des menschlichen Lebens, begann der Text, den Heusser nach der Pause auf Hochdeutsch vortrug. Einem Tagesablauf folgend, von der Geburt in der Morgendämmerung bis zum Tod bei Einbruch der Nacht, schritt er durch die Lebensjahre. Dabei überraschte er immer wieder mit unterwarteten Wendungen und pechschwarzem Humor. Mit seinem satirischen Aufritt sicherte sich Heusser den Einzug ins Finale des 7. Oltner Kabarett-Castings Ende Mai.

Vor ein paar Jahren von Berlin in die Schweiz – oder wie sie scherzhaft präzisierte «fast, nach St. Gallen» zu ihrem Appenzeller Ehemann – zog Lillemor Kausch. Auf der Bühne des Schwager Theaters erzählte Kausch Geschichten aus ihrem Leben, pointiert präsentiert in bester Spoken Word-Manier. Temporeich schilderte die 30-jährige gebürtige Berlinerin etwa, was sie an einem Heiligabend in der Notaufnahme eines Krankenhauses erlebte. Dort empfing sie als Medizinstudentin Patienten mit Platzwunden (wegen «Glühwein und Glatteis»), zu viel Promille («3,1 Promille-Schnalle» stellt neuen Rekord auf) und anderen Problemen (Tochter hat «Besuch von Tante Rosa aus Unterleipzig» und muss aufgeklärt werden). Mit starken Stories, skurriler Situationskomik und überzeugender Performance gelang es Kausch, sich für den Abendfinal zu qualifizieren.

Neben Wort auch auf Musik setzte die zweite weibliche Teilnehmerin des Abends, Klara Winter. Die 54-jährige Baslerin betonte zu Beginn, dass sie als «Neu-, Nachwuchs-, sozusagen Jung-Kabarettistin» auftrete, nicht als Lehrerin. Als solche könne sie sich keine Blösse geben. Besserwisserisch zu sein, sei schliesslich eine Berufskrankheit. Als Kabarettistin jedoch suche sie nach Antworten – beispielsweise auf die Frage, was Kabarett überhaupt sei. Winter setzte sich ans Klavier und stimmte ein Lied an, in dem sie sich einer Definition der Kultursparte aus eigener Perspektive annäherte. Neben Selbstironie bewies Winter musikalisches Talent und Sinn für gesellschaftliche Themen, die es kritisch zu hinterfragen gilt. Als Abschluss ihrer Darbietung ehrte sie Google in einem Gebet als «allumfassende Quelle der Wahrheit» mit gefalteten Händen und demütig nach oben gerichtetem Blick.

Das Augenmerk auf kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten legte Jochen Schaible, der vierte Kandidat des Abends. Aufgewachsen in der Nähe von Nürnberg, lebt er seit rund zehn Jahren in der Schweiz. In seinem Programm «Schweizer Franken» verglich der 42-Jährige seine alte und neue Heimat. Beide Orte seien als «Hot Spots der Ausgelassenheit» bekannt und die Männer würden als «Meister beim Flirten» gelten, so Schaible augenzwinkernd. Mit bildhaften Beispielen veranschaulichte er die «nach innen gerichtete Lebensfreude» von Franken und Schweizern. Die Lacher hatte Schaible besonders dann auf seiner Seite, wenn er absurde Alltagssituationen schilderte, in denen ihm als Deutscher der Dialekt zum Verhängnis wurde. Er berichtete beispielsweise davon, wie er in einer Bäckerei vermeintlich akzentfrei «Bröteli» bestellte und so die Verkäuferinnen zum «giigele» brachte oder wie er die im Migros-Clubschule-Kurs «Schweizerdeutsch konkret» erlangten Kenntnisse beim nächsten Grenzübertritt hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit überprüfte.

Weitere Bilder finden Sie in der Bildergalerie.

Fotos: Dieter Graf 

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Vom Casting-Sieger zum Salzburger-Stier-Preisträger

Autor : Claude Schoch – Mi, 11.04.2018

2012 haben wir zum 25-Jahre-Jubiläum der Oltner Kabarett-Tage erstmals unser Nachwuchsformat im Schwager Theater durchgeführt: das 1. Oltner Kabarett-Casting. Dass schon der Sieger des 3. Castings von 2014 wenige Jahre später den renommiertesten Radio-Kabarett-Preis gewinnt, freut uns riesig. Der Weg von Christoph Simon zum gefeierten Kabarettisten hat auch mit den Oltner Kabarett-Tagen zu tun.

Es begann mit dem Sieg des 3. Oltner Kabarett-Castings im Jahr 2014. Ein eher schüchterner, zurückhaltender Künstler – so präsentierte sich Christoph Simon damals auf der Bühne. Auszug aus dem OT: «Auf der Bühne charakterisiert er sich selbst als Studienabbrecher, Schriftsteller und Versager ...».
Von Versagen war aber an diesem Abend keine Rede.

Der nächste Schritt war der Sieg an der Sprungfeder im 2015. Dies war für uns eher überraschend, weil die «Konkurrenz» an diesem Abend über wesentlich mehr Bühnenerfahrung verfügte. Auch hier aus Auszug aus dem OT: «Ernst, fast melancholisch steht er vor dem Publikum und stellt einige wichtige Fragen: Was hei Mensche, wo ned im Bus und uf de Sross telefoniere, z verberge?»

 

Und nun, drei Jahre später, bekommt Christoph Simon den begehrtesten Radio-Preis im deutschsprachigen Raum, den Salzburger Stier.
Das Bild zeigt die Schlagzeile aus dem OT vom 20. Februar 2018.

 

Mit dem Stuhl hat die Kabarett-Karriere begonnen, mit dem Stier ist sie zu einem ersten Höhepunkt gekommen. Wir sind überzeugt, das wird noch nicht die letzte Schlagzeile sein, die uns Christoph Simon beschert. Verfolgen Sie seinen Weg auf seiner Homepage oder auf der Homepage seiner Agentur.


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Unsere Finanzkontrolle

Autor : Claude Schoch – Sa, 07.04.2018

Das Budget der Oltner Kabarett-Tage beträgt zwischen CHF 550'000 und 700'000, je nach Aktivitäten und Jahr. Dieser hohe Betrag verlangt eine sehr sorgfältige Revisionsarbeit. Es genügt schon lange nicht mehr, dass zwei Laien zwischen Kaffee und Kuchen ein paar Belege anschauen und dann dem Vorstand Entlastung beantragen.

Der Verantwortliche für die Finanzen bei den Oltner Kabarett-Tagen ist Kurt Stebler. Er bereitet die Revision sorgfältig vor. Dabei geht es einerseits darum, alle Belege und Unterlagen zusammenzutragen. Und andererseits vor allem auch darum, den Abschluss korrekt vorzubereiten. Das ist bei den vielfältigen Aktivitäten und Projekten der Oltner Kabarett-Tage nicht ganz einfach. Und weil auch öffentliche Gelder im Spiel sind – von der Stadt und vom Kuratorium des Kantons – ist die einwandfreie Rechnungslegung unabdingbar.

Unsere Revisoren sind Fachleute. Monika Bärtschi und Stefan Raimann haben auch beruflich mit Zahlen zu tun. Sie kennen sich aus und nehmen die Kontrollaufgabe sehr ernst. Wichtig ist vor allem auch, aus den Rückmeldungen dieser beiden Spezialisten etwas zu lernen. Es geht in der Zwischenzeit um so viel Geld, dass wir uns nicht auf unseren Finanzlorbeeren ausruhen können. Dank der Tipps der beiden haben wir unsere Rechnungslegung in den letzten Jahren regelmässig verbessern können.

Grundlage jeder Revisionsarbeit sind natürlich die Unterlagen und Belege. Und das sind bei den Oltner Kabarett-Tagen in der Zwischenzeit schon eine ganze Menge.


 

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Wir sind sehr froh über unsere Sponsoren

Autor : Claude Schoch – Sa, 31.03.2018

Immer im Januar organisieren wir einen «Start-Anlass». Die letzten Jahre ist das mit grossem Erfolg der Bundesordner, der satirische Jahresrückblick. Wir nutzen diesen Kabarett-Anlass auch, um unseren Sponsoren Danke zu sagen und sie über das Wichtigste zum nächsten Festival zu informieren. Erfreulich ist, dass sehr viele unserer Sponsoren die Einladung annehmen. Auf dem «Balkon» der Schützi findet die Information und der Apéro statt und von dort aus schauen sich unsere Gäste im Anschluss auch die ganze Vorstellung an.

 

Der Informationsteil umfasst zwei Hauptteile. Zuerst informiert Alex Summermatter, der Gesamtleiter, über alle wichtigen organisatorischen Anpassungen (Bild unten links) und danach erhalten die Sponsoren als «Primeur» die ersten, exklusiven Informationen zum Festivalprogramm vom künstlerischen Leiter, Rainer von Arx (Bild unten rechts). Die Anwesenden werden zwar offen über einzelne Programmpunkte informiert, der Preisträger bleibt allerdings auch für dieses Publikum noch geheim. (Kernleitungsteam)

Die Liste unserer Sponsoren ist erfreulich lang. Wir können uns glücklich schätzen, so gut in der Region verankert zu sein.



Nach dem «offiziellen» Teil und dem Apéro machen sich die Gäste bereit, den Bundesordner zu geniessen. Die Rückmeldungen nach dem Anlass zeigen uns, dass der ganze Abend den Sponsoren gefällt, sowohl der Info-Teil wie auch der anschliessende Kabarett-Abend.

 

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Mitgliederversammlung 2018 mit Rekordteilnehmerzahl

Autor : Claude Schoch – Sa, 24.03.2018

Es ist beeindruckend, wie viele Mitglieder jedes Jahr an die Mitgliederversammlung kommen. Dieses Jahr haben sich 470 Personen für die Versammlung und zusätzlich noch 40 für die anschliessende Vorstellung angemeldet. Von solchen Zahlen können andere Vereine oder Kommunen bei ihren Gemeindeversammlungen nur träumen. Wir sind stolz auf unsere treuen Mitglieder.

Das Programm hat sich in den letzten Jahren bewährt. Der Anlass beginnt mit dem formellen Teil der Versammlung. Das Leitungsteam versucht jeweils, diese eher trockenen Punkte zügig und ohne unnötige Umwege über die Runden zu bringen. Zum ersten Mal hat das Leitungsteam in neuer Zusammensetzung diese Aufgabe mit Bravour bestanden. Einzelne Anwesende haben sich über die reine Männerrunde in den dunklen Kleidern etwas mokiert – natürlich mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Nach den offiiziellen Traktanden hat – und auch das ist schon Tradition – das Programmtem das kommende Festival vorgestellt. In diesem Teil wollen wir die Anwesenden gluschtig machen. Das Programmteam ist dieses Jahr ebenfalls in neuer Zusammensetzung im Rampenlicht gestanden. Die sehr positiven Reaktionen auf das Festivalprogramm zeigen, dass das Team seine Arbeit gut gemacht hat.

Die Mitgliederversammlung ist auch der Moment, um Danke zu sagen. Neben den Sponsoren, den Mitgliedern, den Helferinnen und Helfern stehen bei dieser Versammlung zwei Personen ganz besonders im Scheinwerferlicht: Alex Summermatter, der Gesamtleiter, und Cornelia Kaeser, die Leiterin der Geschäftsstelle. Diese beiden Personen sind hauptverantwortlich für einen reibungslosen Ablauf der Mitgliederversammlung.

Die Mitgliederversammlung 2018 hat aus besonderem Anlass auch mehrere Ehrungen durchführen können. Diese Wertschätzungen sind besonders emotionale Momente. Die Ehrungen in diesem Jahr: Thomas C. Breuer ist für seine Treue und seinen Bezug zu den Oltner Kabarett-Tagen zum Ehrenmitglied ernannt worden. Der Ehrenpräsident Peter Niklaus ist nach 10 Jahren perfekter Organisation der alle 2 Jahre stattfinden Mitgliederreisen verabschiedet worden.

Christa Hirschi und Claude Schoch, am letzten Festival noch künstlerische Leiterin resp. Gesamtleiter, sind für ihr langjähriges Engagement in diesem beiden zentralen Rollen mit einem tollen Geschenk belohnt worden. Sie bleiben aktiv dem Verein erhalten, beide im Programmteam. Christa Hirschi zusätzlich als Verantwortliche für die Künstlerbetreuung, Claude Schoch als Teil des Social-Media-Teams.
 

Nach dem formellen Teil und der Präsentation des Festivalprogramms haben die Anwesenden im Konzertsaal einen Apéro riche geniessen können, wie immer bestens organisiert vom Cateringteam der Wälchli-Feste. Das ist bei dieser Anzahl von Personen nicht ganz einfach. Wir sind wir sehr froh, dass viele Helferinnen und Helfer uns dabei unterstützen. Stellvertretend das Bild von zwei jungen Leuten bei der Einlasskontrolle.

Zum Schluss dann der Höhepunkt des Abends: die Vorstellung von Thomas C. Breuer mit «Letzter Aufruf! – Abschiedstour Vol. 1». Es scheint tatsächlich so zu sein, dass wir diesen tollen Kabarettisten nicht mehr so oft auf der Bühne werden geniessen können.

 

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Kulturbörse Freiburg, Teil 3: Und was macht das Programmteam an dieser Messe?

Autor : Claude Schoch – Mo, 19.03.2018

Die Kulturbörse Freiburg ist die grösste Kulturmesse im deutschsprachigen Raum. Sie findet jedes Jahr im Januar während 4 Tagen in Freiburg im Breisgau statt. Für unser Programmteam gehört diese Messe zum ergiebigsten Anlass, um das Festivalprogramm zu füllen. In drei Beiträgen wollen wir einen Einblick in diese Veranstaltung geben. Teil 1 beschäftigt sich mit den vielen undgrossen Räumlichkeiten, Teil 2 mit den vielfältigen Aktivitäten und Teil 3 mit den eigentlichen Aufgaben des Programmteams an diesem Anlass.

Das Titelbild zeigt das ganze Team bei der Besprechung vor Ort. Das Bild hat Herbert Schibler vom Stadttheater Olten gemacht. Vielen Dank, Herbert.

Das Team teilt sich meistens auf die drei Veranstaltungssäle (siehe Teil 1) auf und kommt dann in den Pausen jeweils zu einem Gedankenaustausch zusammen. Hier geht es in erster Linie zu klären, ob nach einem Auftritt bereits erste Verhandlungen mit der Agentur gemacht werden sollen. So bequem wie hier in Freiburg kommen wir selten zu nützlichen Kontakten.

In der Messehalle können wir ganz viele wichtige Künstler/-innen und Agenturen treffen. Hier stellvertretend zwei Bilder mit:
Links: Annette Postel und Matthias Deutschmann – zwei Kulturschaffende.
Rechts: Dörte Solveig von den Leipziger Akademixern und Beatrice Siegel von der Agentur Brief&Siegel

 

Die Agenturen sind sehr kreativ in ihrem Ziel, die Veranstalter an ihren Stand zu locken. Und natürlich nehmen wir diese Häppchen gerne an. Zwei Bilder vom Stand des Humorbüros (mit Stefan von der Schwarzen Grütze – einem gern gesehenen Gast an den Oltner Kabarett-Tagen).


Und immer wieder tauschen wir unsere Eindrücke aus. Oder «verschnaufen» kurz vor dem nächsten Spektakel. Die drei Tage an der Kulturbörse in Freiburg sind attraktiv, aber alles andere als erholsam. Dazu dauern die Tage zu lange und die Eindrücke sind zu intensiv. Auch ein Aufenthalt in einer der «kulinarischen Oasen» ist oft nur der Verpflegung geschuldet und kann nicht wirklich als Erholung gelten.


Trotzdem werden wir auch nächstes Jahr wieder nach Freiburg kommen. Der Anlass ist zu wichtig und zu ergiebig für uns, als dass wir ihn auslassen könnten.

 

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Schertenlaib & Jegerlehner

Autor : Oltner Kabarett-Tage – Di, 13.03.2018

 

Schertenlaib & Jegerlehner gewinnen den Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2018.

Die beiden Thuner Musik-Kabarettisten erzählen schräge Kurzgeschichten, haben ihren subversiven Blick fest auf den Heimat-Groove unserer Zeit gerichtet und lassen Grenzen im Porträt des Kleinbürgerlichen zum Vexierbild verschwimmen. Darüber hinaus sind Michel Gsell (Schertenlaib) und Gerhard Tschan (Jegerlehner) fabelhafte Musiker und Klangkünstler, gepaart mit Charme, Schalk und einer unbändigen Spielfreude. Im Dialog unter sich und dem Publikum vermengen Schertenlaib und Jegerlehner poetische Erzählungen mit Melancholie und ganz alltäglichem, leichtfüssigem Irrsinn.

An den Kabarett-Tagen spielen sie eine erweiterte Version ihres aktuellen Programms Zunder.

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Geheim - oder doch nicht?

Autor : Claude Schoch – Fr, 09.03.2018

Es ist seit vielen Jahren Tradition, dass unsere Mitglieder die Ersten sind, die unser Festivalprogramm präsentiert bekommen. Dies ist jeweils an der Generalversammlung Ende Februar/Anfang März der Fall. Das Programm ist natürlich schon lange vorher bekannt, die Verträge abgeschlossen, ja selbst das Programmheft ist bereits vorher gedruckt.

Mit einer Sperrfrist versuchen wir, einen «Deckel» auf das Programm zu legen. Die Sperrfrist ist vor allem für die Medien, für Zeitungen, Radio und Fernsehen gedacht. Hier braucht es gleich lange Spiesse im Interesse aller, auch von uns. Das Titelbild in diesem Beitrag ist natürlich vom Festivalprogramm 2017.

Und selbstverständlich bitten wir auch die Agenturen und deren Künstlerinnen und Künstler um Vertraulichkeit. Ein kleiner Test hat ergeben, dass findige Googler sehr wohl ein paar Häppchen Information finden, was am kommenden Festival programmiert ist. Das ist an sich nicht wirklich schlimm. Nur beim Preisträger wollen wir strikt sein. Daraus machen wir jedes Jahr ein Geheimnis. Und bisher hat das auch ganz gut funktioniert.

Der erste «Sünder» ist ein schweizweit bekannter Kabarettist. Er hat sogar schon auf Facebook eine Veranstaltungssseite eröffnet. Hier haben wir nicht reagiert. Es ist ok, wenn ein Künstler so auf seine eigene Veranstaltung aufmerksam macht. Wir sind schliesslich auch interessiert, dass die Fans wissen, wann er in Olten auftritt. Dies umso mehr, als er an verschiedenen Orten in der Schweiz mit diesem Programm auftritt.

 

Bei den folgenden Künstlern ist die Ausgangslage etwas anders. Es sind Kabarettisten aus Deutschland, die nicht sehr oft in der Schweiz spielen. Die Informationen auf deren Homepage ist für sie gute Werbung. Veranstalter sehen, dass sie in Olten auftreten und versuchen vielleicht, Anschlussauftritte zu organisieren oder zumindest ihre Fans in der Schweiz oder in Süddeutschland auf ihren Auftritt bei uns aufmerksam zu machen. Hier reagieren wir unterschiedlich, in einem Fall haben wir reagiert, im anderen nicht.

Problematisch werden solche Vorveröffentlichungen erst, wenn sich viele Fans schon lange vor der offiziellen Bekanntgabe um Tickets bei unserer Geschäftsstelle bemühen. Es hat vor einigen Jahren einmal einen Künstler gegeben, da hatten wir schon fast 300 Tickets vorreserviert, bevor wir selber das Programm veröffentlicht haben. Das tönt zwar gut – verkauft ist verkauft –, aber es wird dann schwierig, wenn auch bei unseren Mitgliedern ein Run auf diese Tickets einsetzt. 


 

Beim letzten Beispiel haben wir nichts abgedeckt. Warum? Einfach so. Es macht nichts, wenn Sie wissen, wer dieses Jahr am Brunch auftritt. Dann wissen Sie schon rechtzeitig ein Geschenk für Ihre Familie. :-)

 

 

 

 

 

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Kulturbörse Freiburg, Teil 2: Was läuft an einer solchen Messe überhaupt?

Autor : Claude Schoch – Mo, 05.03.2018

Die Kulturbörse Freiburg ist die grösste Kulturmesse im deutschsprachigen Raum. Sie findet jedes Jahr im Januar während 4 Tagen in Freiburg im Breisgau statt. Für unser Programmteam gehört diese Messe zum ergiebigsten Anlass, um das Festivalprogramm zu füllen. In drei Beiträgen wollen wir einen Einblick in diese Veranstaltung geben. Teil 1 beschäftigt sich mit den vielen und grossen Räumlichkeiten, Teil 2 mit den vielfältigen Aktivitäten und Teil 3 mit den eigentlichen Aufgaben des Programmteams an diesem Anlass.

Das Titelbild zeigt den mehrere hundert Seiten dicken Katalog dieser Jubiläumsbörse.

Neben den Veranstaltungssälen (siehe Teil 1) ist die Messehalle das eigentliche Herzstück der Kulturbörse. Hier haben die Agenturen ihre Stände und preisen die Künstlerinnen und Künstler an. Das Besondere ist, dass es nur einen Kurzauftritt für die Künstler gibt, wenn die Agentur einen Messestand gemietet hat. Der Kurzauftritt ist dabei ohne Gage, der Messestand hingegen kostet. Das tönt zwar nicht sehr interessant für die Kulturleute – und trotzdem ist die Nachfrage nach Kurzauftritten um ein Mehrfaches grösser als das Angebot. Das Bild zeigt den Eingang zu dieser Messehalle.

Wie auf jeder Messe gibt es auch an der Kulturbörse viele Sonderveranstaltungen. Plakate machen auf diese Anlässe aufmerksam. Dieses Jahr zum Beispiel einen Poetry-Slam-Abend, einen Variété-Abend (den gibt es jedes Jahr) oder auch einen Schweizer Abend. Dazu später mehr.


 

An den Messetagen ist von morgens 10 Uhr bis abends 22 Uhr überall etwas los. An jedem möglichen und unmöglichen Ort zeigen die Künstler ihre Leistung. Unten sind stellvertretend drei Acts abgebildet. Die Künstler links sind offenbar FC-Basel-Fans. Für den Hochseil-Artisten auf dem Bild in der Mitte hat die Börse in der Messehalle eine spezielle Einrichtung erstellt. Und diese fünf Figuren rechts werden von einer Person bewegt – wirklich eindrücklich. Diese «Aufritte» und alle anderen auch finden neben der ganz normalen Messeaktivität statt.


Auch in den Korridoren gibt es dauernd irgendwelche Shows. Natürlich kommen diese Aktivitäten vor allem aus der Sparte «Strassentheater». Sie machen den Besuch auf der Börse zwar abwechslungsreich, insgesamt überfluten diese vielen Eindrücke für Auge und Ohr aber auch. Das kann man kaum mehr verarbeiten. Unten drei solche Aktivitäten: ein eindrückliches Monster unterwegs, zwei Riesenbäume und – ein Stammgast in Freiburg – die Stelzenfiguren.


Das Ziel dieser Messe ist der Kauf-Verkauf-Prozess zwischen Veranstaltern und Agenturen/Künstlern. Dazu braucht es natürlich vor allem für die Kurzauftritte in den Sälen genaue Pläne. Und was erstaunt – und überzeugt –, diese Pläne werden fast minutengenau eingehalten. Unten der Blick auf drei solche Info-Tafeln. Unten links die Übersicht über das Tagesprogramm im grossen Saal 1. In der Mitte einen Auszug daraus – unter anderem mit zwei Schweizer Auftritten, einer davon mit Künstlern aus Olten! Rechts eine Übersicht über Fachvorträge während der Messe. Zugegeben, da sind wir eigentlich nie dabei – die Themen sind zu stark auf deutsche Verhältnisse ausgelegt.

   

Weil die Messe den Austausch zwischen den Kulturbeteiligten fördern soll, sind die Infomaterialien allgegenwärtig. Das ist sicher auch typisch für andere Messen, also warum auch nicht an einer Kulturbörse. Ob lose auf dem Tisch ausgelegt oder in verschiedensten Formen von Ständern findet man Prospekte, Broschüren, Plakate und auch CDs oder andere Träger von Ton- und Bildmaterial.

 

Das Besondere an dieser Jubiläumsbörse ist das Gastland Schweiz. Für uns ist das ein neuer Aspekt. In den letzten Jahren hat es das an der Kulturbörse in Freiburg nicht gegeben. Mal schauen, ob es im nächsten Jahr ein anderes Gastland gibt. Interessant wäre das schon.
Es ist natürlich kein Zufall, dass das erste Gastland die Schweiz ist. Freiburg und das Schweizer Pendant in Thun sind sich freundschaftlich verbunden. Seit Jahren sind die Börse Freiburg und die KTV-Börse in Thun in bester Zusammenarbeit. Der Schweizer Abend an der Messe in Freiburg ist ein echter Höhepunkt gewesen. Die Bilder zeigen links das Programm dieses Abends und rechts zwei Bilder vom Schweizer resp. KTV-Stand.

 

Es ist unbestritten, dass die Börse für die Künstlerinnen und Künstler, die durch die Auswahljury zum einem Kurzauftritt eingeladen werden, entscheidend sein kann. Das ist logisch, wenn man daran denkt, dass bei einem Auftritt ein paar hundert mögliche Kundinnen und Kunden (sprich Veranstalter) kritisch die 20 Minuten begutachten: Ist der Auftritt erfolgreich, dann strömen die Käufer an die Messestände, ist der Auftritt abgestürzt, dann bleiben die Terminbücher leer. Das ergibt einen Riesendruck. Lisa Catena hat in ihrem Facebook-Post von der Börse entsprechend geschrieben: «Kulturbörse. Der Strassenstrich des Bühnengewerbes ...»

 

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Vier Goofe, ein Sieg

Autor : Franziska Monnerat – Mi, 28.02.2018

Am Dienstag, den 27. Februar 2018, ging im Schwager Theater der erste Abend des 7. Oltner Kabarett-Castings über die Bühne. Am Ende stand mit Philipp Langenegger der erste Finalist fest.

Mit seinem Programm «Highmattliches» nahm der vierfache Vater Philipp Langenegger das Publikum mit ins Appenzellerland, berichtete aber auch von seiner wilden Zeit in Berlin, wo er als Schauspieler tätig war. Wortgewandt, mit ausdrucksstarker Mimik und spontaner Interaktion vermochte er sowohl Publikum als auch Fachjury von seinem Potential als Kabarettist zu überzeugen.

Philipp Langenegger Arianna Camani

Gegen ihn trat Arianna Camani an, die ihre Pedalharfe aus dem Tessin mitgebracht hatte. In – wie sie selbst zu Beginn bei der Vorstellrunde sagte – «geheimer Mission unterwegs», versuche sie die Welt mit Musik zu retten. Auf einer Zeitreise veranschaulichte Camani auf spielerische Art die Qualitäten ihres 47-saitigen Instruments. So erzählte sie etwa vom Alten Ägypten, wo der Harfe heilsame Kräfte zugesprochen wurden und verglich Roger Federers Tennisracket mit einer «Doppelharfe», die für seinen sportlichen Erfolg verantwortlich sei.

Mit einer Kette aus Filzkugeln in allen Regenbogenfarben um den Hals und bunten Kleidern am Körper gab Martina Hügi einen satirischen Einblick in ihre Tätigkeit als Primarlehrerin. Im Gegensatz zu Finanzverwaltern arbeite sie statt mit Vermögen mit Unvermögen, mit Defiziten habe sie jedoch gleichermassen zu tun. Das Glück – so Hügi – finde sie weder im Beruf noch in einer Beziehung. Nach einer Standortbestimmung zeigte die junge Thurgauerin dem Publikum mithilfe eines Fragebogens ungeschont auf, woran sich erkennen lasse, ob eine Ehe noch funktioniere oder nicht.

Martina Hügi Pascal Franke

Der vierte Künstler des Abends, Pascal Franke, setzte auf musikalisches Kabarett, indem er zwei Lieder vortrug und sich dabei selbst am Klavier begleitete. Sein Liebeslied «Am Strand» bestach genauso wie das zweite Stück mit bildhafter Sprache, schwarzem Humor und überraschenden Wendungen.

Charmant und gut gelaunt durch den Abend führte Lisa Catena, die Gewinnerin des 1. Oltner Kabarett-Castings.

Weitere Bilder finden Sie in der Bildergalerie.

Fotos: Dieter Graf

 

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Kulturbörse Freiburg, Teil 1: Wie muss man sich eine solche Messe vorstellen?

Autor : Claude Schoch – Mi, 21.02.2018

Die Kulturbörse Freiburg ist die grösste Kulturmesse im deutschsprachigen Raum. Sie findet jedes Jahr im Januar während 4 Tagen in Freiburg im Breisgau statt. Für unser Programmteam gehört diese Messe zum ergiebigsten Anlass, um das Festivalprogramm zu füllen. In drei Beiträgen wollen wir einen Einblick in diese Veranstaltung geben. Teil 1 beschäftigt sich mit den vielen und grossen Räumlichkeiten, Teil 2 mit den vielfältigen Aktivitäten und Teil 3 mit den eigentlichen Aufgaben des Programmteams an diesem Anlass.

Die Messehallen von Freiburg sind so wie eigentlich alle üblichen Messen. Sie sind etwas ausserhalb des Stadtzentrums gelegen, aber mit dem Tram einigermassen gut erreichbar. Für die Kulturbörse wird nur ein kleiner Teil der gesamten Messe belegt - auch wenn diese Börse die mit Abstand grösste ist im deutschsprachigen Raum.

Erst aus der Nähe ist überhaupt erkennbar, dass es sich um die Kulturbörse handelt. Dieses Jahr feiert diese wichtige Institution das 30-jährige Jubiläum. Die Börse ist also nur ein Jahr weniger alt als die Oltner Kabarett-Tage.

Für uns sind natürlich die Veranstaltungssäle die wichtigen Orte. In Freiburg gibt es deren vier. Im grössten Saal – Saal 1 – haben gegen 1000 Leute Platz. Im Bild links ist er noch ganz leer. Im Bild rechts füllt er sich beim Schweizer Abend (dazu mehr im Teil 2).

 

In drei Sälen finden die Aufführungen der sog. "darstellenden Künste" statt. Unten links der zweitgrösste Saal 2 mit ca. 600 Plätzen und unten rechts Saal 3, der kleinste mit ca. 300 Plätzen. Dieser Saal 3 ist erst seit diesem Jahr in Betrieb. Diese Ausweitung entlastet die Kulturbörse spürbar.

 

Neben der grössten Sparte der "darstellenden Künste" gibt es noch die beiden anderen "Musik" und "Strassentheater". Diese haben auch ihre Plattformen. Unten links ist der Musiksaal, unten rechts die sog. Piazza. Dort finden die Performances der Strassenkünstler statt.

 

Und neben diesen Haupträumen gibt es natürlich noch andere, wichtige Orte - in erster Linie die eigentliche Messehalle mit den Ständen der Künstler und Agenturen. Und auch die Korridore sind Orte, wo permanent etwas läuft. Dazu mehr in Teil 2. Stellvertretend für diese Orte ein Bild von der Verbindung zwischen Saal 1 und der Messehalle.

 

 

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Auch interne Kommunikation will gepflegt sein

Autor : Claude Schoch – Di, 13.02.2018

Die Organisation der Oltner Kabarett-Tage umfasst drei «hierarchische» Ebenen: die Ebene des Kernleitungsteams, die Ebene der Umsetzungsteams und die Ebene der Helferteams. Wir haben die gesamte Organisation in einem Organigramm abgebildet – intern werden die einzelnen Bereiche wenig liebevoll auch «Kästli» genannt. Entsprechend heisst unser jährlicher Informationsaustausch «Kästlitreffen». Dort werden alle «Kästlileute» über die wichtigsten Neuerungen informiert. Vor allem besteht auch die Möglichkeit, die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Ressorts kennen zu lernen. Knapp 30 Engagierte haben sich zu diesem Anlass in der Schützi angemeldet. Alex Summermatter, der Gesamtleiter, gibt zuerst einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen in der Organisation und am Festival. Danach übernehmen die Ressortverantwortlichen. Dieses Jahr ist der Bundesordner der Anlass für unser Treffen. Natürlich ist der Informationsaustausch eines der Hauptanliegen dieses Anlasses. Aber daneben soll die Gemütlichkeit und vor allem das informelle Gespräch viel Platz haben. Die folgenden Fotos geben ein paar Eindrücke wieder. Mehr Kommentar braucht es eigentlich nicht.




Und all das hat während der letzten Vorbereitungen zum Bundesordner, dem satirischen Jahresrückblick, stattgefunden. Eine wunderbare Mischung!